Hunger und Durst beim Einsatz - Wehren müssen selbst vorsorgen

Wenn es brennt, bleibt den Kameraden keine Zeit, sich noch schnell satt zu essen. Und dann dauert das Löschen womöglich mehrere Stunden. Wie ist geregelt, dass keiner am Strahlrohr hungern muss?

Lugau.

Die Freiwillige Feuerwehr Lugau ruft eine Versorgungsgruppe ins Leben, um die Aufgabe der Einsatzverpflegung von den Schultern des Einsatzleiters zu nehmen. Ihr gehören unter anderem Partnerinnen und Ehefrauen, aber auch ehemalige Einsatzkräfte an. Mit der Schaffung dieser Gruppe könne sich der Einsatzleiter darauf verlassen, dass eine von ihm bestellte Verpflegung entsprechend vorbereitet, zur Einsatzstelle gebracht und ausgegeben wird. "Der hat ja im Einsatz vornehmlich andere Dinge zu regeln", sagt Sven Schimmel, bei der Lugauer Feuerwehr für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die notwendige Änderung der Feuerwehrsatzung soll in der Stadtratssitzung am Dienstag beschlossen werden.

Wie genau jede Wehr ihre Einsatzversorgung regelt, ist nicht gesetzlich vorgegeben, sagt Gunnar Ullmann, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge. Ob eine Versorgung mit Essen und Trinken erforderlich ist, entscheide der Einsatzleiter. Und wie genau der Hunger zwischendurch bekämpft wird, das haben laut Ullmann die Wehren für sich geklärt.

Einsätze, bei denen eine Verpflegung notwendig wird, sind nicht die Regel, sagt Schimmel. Das sei nur dann der Fall, wenn abzusehen ist, dass ein Einsatz über längere Zeit andauert. In bestimmten Situationen könne es aber auch vorkommen, dass schon wesentlich zeitiger beispielsweise Getränke bereitgestellt werden: Heißgetränke bei frostigen Temperaturen, Kaltgetränke bei Hitze. Für die Erstversorgung seien die Lugauer Löschfahrzeuge mit Mineralwasser ausgestattet - wichtig für die Kameradinnen und Kameraden, die unter schwerem Atemschutz arbeiten müssen. Das handhaben laut Gunnar Ullmann alle Wehren so.

Für den Fall einer notwendigen Verpflegung bei längeren Einsätzen hat die Feuerwehr Lugau Vorsorge getroffen. "Zum einen werden unter anderem Würstchen und Brötchen tiefgekühlt vorgehalten. Zum anderen wird ein Getränkelager gepflegt", erklärt Sven Schimmel. Damit das Mindesthaltbarkeitsdatum dieser Bestände aber nicht überschritten wird, werden sie immer wieder erneuert. Verbraucht werden sie, indem sie nach den Ausbildungsdiensten den Kameradinnen und Kameraden kostendeckend angeboten werden, erklärt der Lugauer. "Der Bestand sollte ausreichen, um die Zeiten zu überbrücken, in denen eine Beschaffung von externer Stelle schwierig wird: in den Nachtstunden", ergänzt er. Ansonsten gebe es Absprachen mit ortsansässigen Lebensmittelanbietern, in welcher Weise kurzfristig eine Beschaffung möglich ist.

Auch die Burkhardtsdorfer Wehr setzt auf Vorsorge und hat hinsichtlich der Erstverpflegung einen "Notvorrat" angelegt: Im Depot lagern laut Wehrleiter Jörg Spiller zehn Kilogramm Nudeln sowie ein Vorrat an Bockwürsten und Toastbrot. "Somit ist die erste Versorgung der Kammeraden abgedeckt", sagt er. Hinsichtlich der Folgeverpflegung bei größeren Einsätzen wie Hochwasser gebe es mit örtlichen Versorgern beziehungsweise Edeka Abstimmungen. Bisher sei diese Verfahrensweise immer praktikabel gewesen.

Bei Großeinsätzen allerdings werden laut Gunnar Ullmann spezielle Verpflegungsgruppen vom Deutschen Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen wie Malteser Hilfsdienst oder Johanniter Unfallhilfe angefordert. "Die haben das Know-how und die entsprechende Technik, um eine größere Anzahl von Rettungskräften etwa bei Waldbränden oder Hochwassereinsätzen zu versorgen", sagt er. "Und das klappt auch immer ohne größere Schwierigkeiten."(mit hd)

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