Imkerverein schafft öffentlichen Honigschleuder-Raum

Bienenkenner aus der Stollberger Region wollen mehr Menschen den Zugang zu ihrem Hobby erleichtern. Geplant ist, einen Bienenlehrpfad anzulegen und zu pflegen.

Neuwürschnitz.

Für den Imkerverein Stollberg hat dieses Jahr erfreulich begonnen. Sie können sich über neun Neuanmeldungen freuen. Zudem steht ein seit langem geplantes Projekt kurz vor der Fertigstellung.

"Besonders glücklich sind wir über einen 15-jährigen Schüler, der zum Thema Bienen eine Facharbeit geschrieben hat und so begeistert war, dass er anschließend entschied, sich in Zukunft intensiv mit der Imkerei zu beschäftigen", berichtet Martina Brandt. Die Neuwürschnitzerin ist Mitglied im Vorstand des Vereins. Sie begann als absoluter Neuling mit der Bienenzucht, hat heute zwölf Völker im Bestand. "Man bekommt als Imker eine andere Sicht auf die Natur. Beim Anlegen von Beeten oder der Wahl des Blumensamens achte ich heute mehr auf Bienenfreundlichkeit."

Optimal wäre ein durchgängiges Trachtband, das heißt die Natur hält von Frühjahr bis Herbst genügend Nahrung für die Bienen bereit. Das ist aber angesichts der Monokultur nicht immer und überall so. Und doch stellt Martina Brandt eine positive Entwicklung fest: "Stand früher fast einzig und allein eine möglichst reiche Honigernte im Mittelpunkt der Imkerei, liegen heute immer mehr Menschen der Naturschutz und die Umwelt am Herzen."

Im Imkerverein Stollberg sind derzeit 39 Imker im Alter von 15 bis 80 Jahren aus Stollberg, Mitteldorf, Oberdorf, Gablenz sowie weiteren Gemeinden des Altkreises organisiert. Mit einem Projekt für das Miteinander von Menschen und Bienen unter dem Motto "Damit es wieder summt und brummt" möchte der Verein zum einen noch mehr Mitmenschen für Insekten, Umwelt und Natur sensibilisieren, aber auch Rahmenbedingungen für die Imkerei schaffen. Durch altersgerechte Aufgaben, Spiele, Rätsel oder Beobachtungen soll die Begeisterung für die Honiglieferanten schon bei Kindern geweckt werden. Weiterhin ist geplant, mit interessierten Menschen einen Bienenlehrpfad anzulegen und zu pflegen.

Für Neuimker, die sich ausrüsten müssen, aber auch für Imker, die sich seit längerem dem Hobby verschrieben haben und für die Honigernte nur mit hohem Aufwand geeigneten Räumlichkeiten nutzen können, hat der Verein jetzt eine Lösung gefunden. Es entsteht ein öffentlicher Honigschleuder-Raum, der den strengen hygienischen Anforderungen entspricht und in dem es möglich ist, unter optimalen Arbeitsbedingungen zügig und kräfteschonend qualitativ hochwertigen und einwandfreien Honig zu ernten, zu pflegen und abzufüllen. Die Räumlichkeit befindet sich im Stollberger Ortsteil Mitteldorf, im Gebäude der Agrargenossenschaft Lößnitz/Stollberg. Der Betrieb ist seit 2018 Mitglied im Verein. "Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit" so Martina Brandt. Für ihr Insektenfreundliches Handeln wurde die Genossenschaft 2015 mit dem Siegel "Im Honigbienenschutz engagierter Betrieb" ausgezeichnet.

Der Raum wird mit modernen elektrischen Honigschleudern, einem Geschirrspüler, Entdeckelungs.-Werkzeug und Waschgelegenheit sowie Reinigungsgeräte für die Gerätschaften ausgestattet sein. Gegen einen kleinen Obolus können alle interessierten Imker, egal ob im Verein organisiert oder nicht, den Raum nutzen. Einzige Bedingung: Um eine Übertragung von Bienenseuchen zu vermeiden, muss ein aktuelles Gesundheitszeugnis vorhanden sein. Der moderne Honigschleuderraum wird vom Imkerverein Stollberg eingerichtet und betrieben und soll voraussichtlich zu Beginn der diesjährigen Honigerntesaison zur Verfügung stehen.

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