Jugendworkshop: Enttäuschte Gesichter - gute Ideen

Stollberg möchte jungen Leuten die Möglichkeit geben, sich einzubringen und die Stadt nach ihrem Geschmack zu verändern. Die Resonanz auf die Auftaktveranstaltung war allerdings ernüchternd.

Stollberg.

Was tun, wenn zu einem lang geplanten Event kein einziger Teilnehmer erscheint? Diese Frage musste sich jetzt die Stollberger Jugendgruppe Juleuka - Junge Leute für ihr Kaff - stellen. Geplant war ein Workshop im Jugendclub Pink Panther am Pionierpark in Stollberg. Beim Workshop sollten Stollberger Jugendliche gemeinsam Ideen sammeln, um ihre Stadt für junge Leute attraktiver zu gestalten - Motto: "Support your City".

Der Raum im Pink Panther war dafür herausgeputzt, Getränke und Essen standen bereit; sogar ein DJ wurde für die anschließende Disco engagiert. Doch das Wichtigste fehlte: die Gäste. Und so zogen einige Jugendliche der Juleukas kurzer Hand los, um in Stollberg noch ein paar Interessierte aufzutreiben. Sie waren mäßig erfolgreich.

Eine Stunde später als geplant begann der Workshop - mit nur wenigen zusätzlichen Teilnehmern. Die Beauftragte des Kreisjugendrings für die Region Stollberg, Katja Mehlhorn, sagte: "Eigentlich hatten wir mit ungefähr zwanzig Leuten gerechnet". Die Gründe für die schwache Resonanz konnte sie sich selbst nicht so richtig erklären. Seit dem Sommer machen die Juleukas und sie schließlich schon Werbung für ihr Projekt. "Wir haben Flyer gedruckt und in der ganzen Stadt verteilt.", berichtete Katja Mehlhorn. In den City Bahnen wurden Poster aufgehängt.

Trotz des ausbleibenden Ansturms versuchten die Veranstalter, das Beste aus der Sache zu machen. Die Jugendlichen wurden zuerst dazu aufgefordert, die für sie positiven Seiten in Stollberg aufzuzählen. Von dem beliebten Aldi-Dach bis hin zur Skaterbahn am Bahnhof und den vielen Festen in der Stadt, wurde einiges genannt. Im zweiten Teil ging es darum, die störenden Seiten Stollbergs aufzuzählen. Dabei lag das Augenmerk vor allem darauf, wie diese konkret verbessert werden können. Ganz vorne dabei war die Idee, einen überdachten Treffpunkt im Freien für Jugendliche zu schaffen.

Vanessa Kefurt, die seit der Gründung der Juleukas im Jahr 2016 Mitglied der Gruppe ist, begeisterte sich zudem für eine weitere Idee: "Ich fände die Graffitiwand in der Stadt echt cool. Das ist schon lange ein Anliegen von mir". So könne vielleicht verhindert werden, dass Bänke oder Häuserwände besprüht werden.

Weitere Ideen waren ein Wettbewerb an der Skateranlage oder ein Sonnensegel für selbige. "Das allerdings ist ohnehin fest eingeplant", sagte der Jugendbeauftragte Andreas Kramer.

Am Ende des Workshops zogen die Veranstalter, neben dem Flexiblen Jugendmanagement vom Kreisjugendring war auch der Jugendbeauftragte der Stadt Stollberg am Start, eine versöhnliche Bilanz. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass nicht alles so verlaufen ist, wie gedacht", sagt Leonie Kefurt, ebenfalls Mitglied der Juleukas. Sie sei trotzdem erstaunt, dass so viele interessante und umsetzbare Ideen zusammengekommen sind. Und Katja Mehlhorn betonte: "Wir wollen es in einem Jahr auf jeden Fall noch einmal mit dem Workshop probieren".

Bis dahin heißt es, noch mehr Werbung für ihr Projekt zu machen und somit vor allem mehr Jugendliche dafür zu begeistern. Im Dezember wird die Gruppe zur Weihnachtsfeier nochmals zusammentreffen. Dann sollen die Ideen weiter besprochen und vielleicht sogar ein Projekt festgelegt werden.

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