Junge Habitträgerin erstmals beim Traditionsfest dabei

Zum zwölften Mal ist am Bergmannsplatz in Hohndorf die Bergmännische Spätschicht gefeiert worden. Diesmal war ein Neuzugang aus dem Kinderclub in den Reihen der Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlereviers dabei.

Hohndorf.

Mit 18 Habitträgern ist die Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlereviers am Samstag bei der Bergmännischen Spätschicht aufmarschiert. Doch die Veranstaltung anlässlich des Tages des Bergmanns will nicht nur Tradition huldigen, sondern auch eine Brücke in die Gegenwart schlagen. In diesem Jahr ist das schon personell gelungen, denn mit Michelle Löschner hat eine neue Habitträgerin ihren Einstand im Traditionsverein gefeiert.

Mit der Bergmannshistorie ist die 20-Jährige bereits bestens vertraut, denn als Kind und Jugendliche war sie sechs Jahre im Kinderclub des Bergbaumuseums aktiv. Inzwischen arbeitet Michelle Löschner als Tierwirtin in Neukirchen, doch die Enkelin eines Bergmanns bekennt: "Mich interessiert sowohl die Historie als auch die Technik des Bergbaus: Habitträger zu werden habe ich mir schon lange gewünscht."

Musikalisch begleitet vom Bergmusikkorps "Glück Auf" Oelsnitz ist der kleine Aufzug zum Bergmannsplatz marschiert. Etwa 100 Besucher haben dort bei Roster, Fischbrötchen und Bier ein etwa dreistündiges musikalisches Programm erlebt. Zunächst hat der Männergesangverein "Sachsentreue" unter Leitung von Bergliedermeister Harald Strietzel sein Liedgut von "Deitsch on frei wolln mer sei" bis "Es zogen auf sonnigen Wegen" geboten. Danach waren die Oelsnitzer Blasmusikanten mit einem bunten, tanzbaren Programm zu erleben.

Im Rathaus wurde unterdessen mit der Ausstellung "Denn man sah nichts als Elend" die Brücke zu dem traurigen Kapitel einstiger Bergwerksunglücke geschlagen. Bis Mitte September ist die Wanderausstellung zum Bergwerksunglück in der Lugauer "Neuen Fundgrube" im Jahr 1867 zu sehen. Für Hohndorfs Bürgermeister Matthias Groschwitz ist diese Erinnerung wertvoll: "Mir ist wichtig, dass wir diese Ausstellung auch hier in Hohndorf zeigen, denn neben dem Lugauer Unglück wird auch auf das Unglück auf dem Hohndorfer Helene- und Ida-Schacht verwiesen." KnappschaftschefHeino Neuber betont: "Wir können die Identität unserer Region nur bewahren, indem wir sie leben." Dabei erinnert er an zwei Jubiläen: "Vor 45 Jahren ist die Dampffördermaschine des Bergbaumuseums, die vorher in Hohndorf gestanden hat, zum letzten Mal unter Dampf gewesen. Am 19. Juli jährt sich der Abriss des Betonförderturms auf dem Vereinigtfeldschacht zum 45. Mal. Damals ist ein Wahrzeichen von Hohndorf verschwunden."

Michelle Löschner indes steht für die lebendige Zukunft der Tradition. Sie versichert: "Bei Aufzügen will ich künftig so oft dabei sein, wie es meine Arbeit zulässt. Außerdem werde ich ab August auch Führungen im Bergbaumuseum machen."

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