Keine Narren um 11.11 Uhr am Rathaus

Für die Karnevalisten beginnt am Mittwoch die wichtigste Zeit des Jahres - durch Corona allerdings ist wie so vieles anders als sonst. Dennoch ist so mancher von ihnen optimistisch, dass sie ihr Programm im Februar zeigen können.

Stollberg/Oelsnitz.

Keine Schlüsselübergabe am 11.11. um 11.11 Uhr - für die Karnevalisten in der Region beginnt die wichtigste Jahreszeit ganz anders als gewohnt. Auch die geplanten Auftaktveranstaltungen im November können aufgrund der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Doch die Narren lassen sich die Laune nicht vermiesen. "Ab dem 11.11. um 11.11 Uhr haben wieder die Narren überall auf der Welt die Macht, ganz egal ob mit oder ohne Schlüssel. Wir bleiben närrisch und das bis Aschermittwoch. Die 5. Jahreszeit wird genauso weiter existieren. Wir sind zuversichtlich, dass es 2021 wieder Fasching, Fastnacht, Karneval geben wird", sagt Dirk Bretschneider von der Carnevals-Vereinigung Stollberg. "Jetzt kommt es darauf an, zusammenzuhalten und nicht nur an die eigene Gesundheit zu denken, sondern auch an die Gesundheit der Anderen." Und närrisch könne man dennoch sein, etwa durch das Tragen einer kunstvollen oder farbenprächtigen Maske. Die Planungen für das Programm im Februar jedenfalls gingen unvermittelt weiter - wenngleich derzeit vor allem auf digitalem Wege.

Nicht ganz so optimistisch ist dagegen Kai Hobusch von der Oelsnitzer Carnevalsvereinigung. Bis November steht üblicherweise das Programm. "Wir haben zwar im Sommer das Motto entwickelt und Themen herausgesucht. Doch jetzt würde die Hauptarbeit laufen und wir sind gerade arbeitsunfähig." Keine Treffen im Verein, keine Proben für die Tänzer. "Selbst wenn es im neuen Jahr wieder geht, wird es ein Kraftakt, im Februar Veranstaltungen auf die Beine zu stellen", sagt Hobusch. Zumal angesichts der Unsicherheit derzeit weder Musikbands angeheuert, noch Mietverträge unterzeichnet werden können. "Deshalb bin ich eher pessimistisch, dass im Februar etwas stattfinden kann", sagt der Präsident der Oelsnitzer Carnevalsvereinigung.

Er räumt zudem ein: "Die ganze Situation schlägt auch auf die Stimmung. Mir würde es im Moment schwer fallen, Sketche zu schreiben." Man könnte zwar Corona zum Thema machen, doch eine Pandemie sei nichts, worüber man sich lustig machen sollten, findet Kai Hobusch. "Für mich ist 2020 ein verlorenes Jahr."

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