Kellergewölbe sorgt für mehr Aufwand bei Pfarrhaus-Sanierung

Dass die Kirchenstruktur geändert wird, bereitet dem Hohndorfer Pfarrer Andreas Merkel kein Kopfzerbrechen, denn Pfarrstellen werden dadurch nicht gestrichen. Viel mehr beschäftigt die Kirchgemeinde das Projekt Pfarrhaus. Denn die geplante Sanierung wird wesentlich umfangreicher.

Hohndorf.

Bislang gehörte die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Hohndorf zum Kirchenbezirk Glauchau-Rochlitz und bildete ein Schwesternkirchverhältnis mit dem benachbarten Rödlitz (Landkreis Zwickau). Beides ist demnächst Geschichte. Denn die Landessynode hat im April beschlossen, den erst 2012 fusionierten Kirchenbezirk zu teilen und den drei anliegenden Kirchenbezirken zuzuordnen. Die frühere Ephorie Glauchau und damit auch die Kirchgemeinden Hohndorf und Rödlitz gehören dann zu Zwickau. Realisiert wird dies bereits ab dem 1. Juli. "Es handelt sich dabei um die große Strukturreform, die mit der Wende begonnen hat und die auch andere trifft", sagt Andreas Merkel, Pfarrer von Hohndorf und Rödlitz. So sei es ja auch zur Fusion der früheren Kirchenbezirke von Stollberg und Annaberg gekommen.

Ab dem nächsten Jahr gibt es aber noch eine weitere Veränderung für die Hohndorfer Kirchgemeinde: Im Zuge der Strukturreform der Landeskirche vergrößert sich deren Schwesternkirchverhältnis - hinzu kommen dann die Kirchgemeinden Lichtenstein, St. Egidien und Bernsdorf. Für Pfarrer Merkel ist dies ein reiner Verwaltungsakt - ohne negative Folgen zu befürchten. Die Gemeinden sind allesamt groß und stark - allein die Hohndorfer Kirchgemeinde zählt 935 Glieder - sodass alle Pfarrstellen erhalten werden, erklärt er. Auch für die nächsten 25 Jahre sieht er keine Not. "Wir haben auch viele junge Leute und Familien in der Kirchgemeinde."


Der Pfarrer sieht in den Veränderungen langfristig eher eine Chance, erlauben sie doch ein Stück weit den Blick über den Tellerrand, ermöglichen gemeinsame Aktionen. Mit Rödlitz werde das schon gelebt - so wird beispielsweise seit fünf Jahren mit der Rödlitzer Gemeinde zu Himmelfahrt ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert. Perspektivisch denke man auch in Richtung eines Waldgottesdienstes nach, "vielleicht auch schon in größerem Rahmen." Die künftigen Schwesterkirchgemeinden seien ja von der Lage her "alle sehr eng beieinander".

Dass die Kirchenstruktur geändert wird, macht Pfarrer Andreas Merkel also keine Sorgen. Viel mehr beschäftigt die Kirchgemeinde das Projekt Pfarrhaus - denn die geplante Sanierung wird wesentlich umfangreicher. Obwohl eigentlich schon im März Baubeginn sein sollte und auch der Fördermittelbescheid über knapp 217.000 Euro - das sind 80 Prozent der förderfähigen Projektkosten - längst übergeben wurde, steckt die Kirchgemeinde immer noch in der Phase der Ausschreibung. Denn zunächst waren umfangreiche Voruntersuchungen durch die Statiker notwendig.

"Die Tücke ist: Das Gebäude beult sich nach vorn aus", erklärt der Pfarrer. Zunächst sei allerdings sowohl den Architekten als auch den Statikern die Ursache völlig unklar gewesen, sagt er. Inzwischen seien die Untersuchungen abgeschlossen und es habe sich gezeigt, dass das Kellergewölbe das Gebäude auseinanderdrückt. Die Konsequenz: Das Gewölbe muss mit einem Anker zusammengezogen werden, was wiederum zur Folge hat, dass sämtliche Fußböden im Erdgeschoss entfernt werden müssen. Das ganze wird dadurch wesentlich aufwendiger - teurer werden darf es laut Pfarrer Merkel aber nicht. "Dann müssen wir an anderer Stelle sparen."

Geplant sind neben dem Ankereinbau im Wesentlichen eine Wärmedämmung des Gebäudes, die Erneuerung der Außenfassade und eine neue Heizungsanlage. Ursprünglich war geplant, das Vorhaben bis Ende des Jahres abzuschließen, jetzt geht Andreas Merkel von einer Fertigstellung im Frühjahr aus. Der erste Schritt wird das Herstellen der Baufreiheit sein - Ende Juni müssen alle sechs Räume im Erdgeschoss leergezogen werden. "Wir haben zum Glück eine leerstehende Wohnung im Lutherhaus", sagt Merkel. Die werde man zwischenzeitlich als Büro nutzen. Dort werde es zwar eng zugehen, aber damit werde man klarkommen.


Strukturreform Landeskirche

Die Strukturreform der sächsischen Landeskirche ist eine Konsequenz aus der zu erwartenden Mitgliederzahl. In einer Studie des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde für die 20 evangelischen Landeskirchen und 27 römisch-katholischen (Erz-)Diözesen ermittelt, wie sich Kirchenmitgliedschaftszahlen und Kirchensteueraufkommen langfristig bis 2060 entwickeln werden.

Die eindrücklichste Erkenntnis: Die Mitgliederzahl der evangelischen Kirchen in Deutschland werden sich bis zum Jahr 2060 in etwa halbieren, von 21,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 2017 auf 10,5 Millionen im Jahr 2060.

Die Kirche will darum ihre Strukturen so anpassen, dass sie trotz weniger Mitglieder Bestand haben. Künftig geht es insbesondere darum, den kirchlichen Dienst mit weniger Hauptamtlichen in größeren Bereichen zu organisieren. (vh)

(Quelle: Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen)

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