Kinder erobern originellen Spielplatz

Hortkinder der Einrichtung "Farbkleckse" haben am Donnerstag den neuen Spielplatz im Stadtpark von Lugau einem ersten Härtetest unterzogen. Den hat das 380.000-Euro-Projekt sehr gut bestanden.

Lugau.

Lenny schnappt sich, als die Geräte für alle freigegeben sind, als Erster die Schaukel. Er gibt mächtig Schwung und schreit "Juhuu", als er weit oben ist. Und später, nachdem er abgesprungen und auf dem Weg zur Kletterkombination ist, gibt der Drittklässler seinen ersten Eindruck wieder: "Das fühlt sich voll cool an!" Viertklässler Benjamin versucht derweil, den Kletterparcours von der Seite aus zu bezwingen, schlängelt sich erfolgreich durch die Seile. Was ihm hier am bestern gefällt? "Die Rutsche", sagt der Junge und begibt sich auch gleich zur nächsten Rutschpartie. Seine Mitschüler toben sich derweil auf der Wiese aus, wo Marcel Püschmann sie mit Musik und viel Bewegung auf Trab hält - kleine Überraschungen inklusive.

Mit der offiziellen Einweihung - wegen Corona nicht wie eigentlich einmal geplant, als großes Kinderfest gefeiert - hat Lugau eine fantasievolle und abwechslungsreiche Spiellandschaft. 380.000 Euro hat das Projekt gekostet, sagt Bürgermeister Thomas Weikert (Linke), gefördert zu zwei Drittel von Bund und Land über das Städtebauprogramm SOP. Nun habe man etwa 15 Spielplätze und Spielgelegenheiten in der Stadt und deren Ortsteilen. Dass weitere dazukommen, schließt Weikert nicht aus, Spielplätze seien schließlich eine gute Sache. Konkrete Pläne gebe es aber aktuell nicht.

Mit dem neuen Spielplatz ist auch ein weiterer Schritt bei der Gestaltung des Stadtparkareals geschafft. Auf den letzten Abschnitt weist ein Bauzaun entlang des Spielareals hin: Hier werden die Gleisanlagen renaturiert, erklärt Bauamtsleiterin Anja Krumbholz. Das Gras sei bereits ausgesät. Zudem würden zwei Wege gebaut, die den Radweg mit dem Spielplatz verbinden. Wenn die Arbeiten etwa im Oktober abgeschlossen sind, gehört der letzte Bauabschnitt im Stadtpark-Areal der Vergangenheit an.

Zu den Gästen an diesem sonnigen Vormittag gehört auch Jan Jacob, der frühere Bauamtsleiter von Lugau. Dem hat die Stadt die originelle und stadtgeschichtsbezogene Gestaltung der Spielgeräte zu verdanken, sagt Bürgermeister Weikert. Denn Jacob hatte die Idee, passend zu den in der Nähe angelegten fossilen Gärten auch mit dem Spielplatz an die weit zurückliegenden Anfänge der Stadt zu erinnern. Denn schließlich verdankt Lugau viel dem 127 Jahre währenden Steinkohlenbergbau, die Steinkohle wiederum hat ihre Ursprünge im Zeitalter des Karbon - als es Schachtelhalme, Farnbäume, Riesenlibellen und -echsen gab.

Nicht nur die XXL-Urzeittiere finden sich nun auf dem Spielplatz wieder. Insbesondere an der großen Spiel- und Kletterkombination mit Rutsche sind auch überdimensionale Farne zu finden, an denen Spinnentiere und kleine Echsen entlangkraxeln. Und den Balancierparcours schmücken giftgrüne Schachtelhalme.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.