Kläranlage in Thalheim arbeitet bald mit Blockheizkraftwerk

Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge rüstet im Zwönitztal um: Die mittlerweile defekten Microgasturbinen werden demontiert - die Alternative verspricht hohe Kosteneinsparungen. Wie hoch können diese sein?

Thalheim.

Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) hat jetzt eine 250.000 Euro in ein neues Blockheizkraftwerk investiert. Es ist am gestrigen Dienstag für die Großkläranlage in Thalheim angeliefert worden. "Wir brauchen jetzt noch etwa vier Wochen, um das Blockheizkraftwerk startklar zu bekommen", sagt Hendrik Matthes, stellvertretender Leiter der Großkläranlage, die beim ZWW zum Meisterbereich Thalheim gehört. In diesen Bereich fallen neben Thalheim auch Auerbach, Burkhardtsdorf, Gornsdorf, Jahnsdorf, Neukirchen und Zwönitz.

Ein Blockheizkraftwerk ist eine modular aufgebaute Anlage zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme, die vorzugsweise am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben wird. Beim ZWW spricht man mit der Investition von einem Technikwandel. Bisher waren in der Thalheimer Kläranlage zwei Microgasturbinen im Einsatz, die sich um die Stromversorgung gekümmert haben. Doch diese sind kaputt gegangen. "Wir wollten diese nun durch eine neue Technologie ersetzen. Die Blockheizkraftwerke sind mittlerweile viel besser als noch vor Jahren", sagt Matthes.

Genau dies soll künftig spürbar die Kosten drücken. Denn: Insgesamt verbraucht die Kläranlage in Thalheim etwa 1,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr - bei jetzigen Strompreisen bedeutet das etwa 260.000 Euro. Mit der neuen Investition werde sich laut ZWW der energetische Eigenversorgungsgrad der Kläranlage auf 45 Prozent fast verdoppeln. Rechnet man Wartungskosten mit ein plus höhere Anschaffungskosten dazu, so geht der ZWW in zehn Jahren trotzdem von einem Gewinn von fast 910.000 Euro aus. Bei einem Ersatzkauf der Microgasturbinen läge dieser den Angaben zufolge nur bei 350.000 Euro. "Zudem ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen und der maximal möglichen Laufzeit von sechs Jahren ein Einsatz der Microgasturbine nicht mehr sinnvoll", argumentiert Hendrik Matthes.

Hinter einem Blockheizkraftwerk steckt das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Die abgehende Wärme bei der Stromerzeugung verfliegt dabei nicht in die Umgebung, sondern wird genutzt. Matthes erklärt: "Wir halten damit die Temperatur in unserem Faulbehälter auf den erforderlichen konstanten 37Grad Celsius."

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