Kolonne macht auch am Ehrenhain Station

Großer Andrang hat am Dienstagvormittag vor dem Thälmann-Denkmal in Zschopau geherrscht. Grund dafür war eine außergewöhnliche Ausfahrt.

Zschopau/Stollberg.

Den Weltfriedenstag auch in Corona-Zeiten für das Gedenken zu nutzen, das war das Ziel der Partei Die Linke. Also setzten sich Mitglieder ans Steuer. Im Autokorso fiel es ihnen leicht, Abstandsregeln einzuhalten. Außerdem brachte ihre sogenannte Auto-Denkmal-Tour quer durchs Erzgebirge am Dienstag den Vorteil, nicht nur ein, sondern mehrere Denkmäler zu besuchen. "So konnten wir auch in diesem Jahr ein Zeichen setzen", sagte Kreisgeschäftsführerin Andrea Schrutek, die eine Kolonne mit 15 Fahrzeugen anführte.

Vom Mahnmal an der Nennigmühle aus führte der 226 Kilometer lange Weg durch das mittlere Erzgebirge, und die Auer Region nach Stollberg. Neben Mahnmalen für die Opfer des Faschismus, die viele Teilnehmer schon öfter besucht haben, ging es dabei auch an Orte, die zuvor weniger bekannt waren. Dazu gehörte unter anderem der Ernst-Thälmann-Ehrenhain in Zschopau, der erst im Frühjahr saniert worden war. An der zweiten von zehn Stationen beeindruckten nicht nur die frisch angebrachten Schriftzeichen, sondern auch die Initiative eines noch jungen Vereins.

"Lieber Annaberger Christstollen in Moskaus Läden, als deutsche Panzer an Russlands Grenze", stand auf einer Info-Tafel geschrieben. Damit wollten die "Erzgebirgsfreunde Russlands" ihrem Anliegen Ausdruck verleihen. Dem im Sommer 2018 gegründeten Kultur- und Traditionsverein aus Großolbersdorf liegt nicht nur am Weltfrieden, sondern vor allem auch am Austausch mit Russland. Deswegen pflegen Norbert Staffa und seine Mitstreiter Kontakte dorthin. "Wir sind sonst jedes Jahr in Russland, aber das ist wegen Corona nicht möglich", so der Vereinschef. Dementsprechend froh war er über die Anfrage der Partei, mit dem in Zschopau gepflegten Ehrenhain Teil der Denkmal-Tour zu sein. Der Verein, der nachmittags auch auf einer Veranstaltung in Chemnitz zu Gast war, konnte sich so einmal mehr präsentieren. Durch Sprüche wie "Einiges Europa endet nicht im Baltikum, sondern am Ural" machten die Teilnehmer deutlich, dass Kontaktpflege mit Russland ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung des Weltfriedens sei.

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