Kommunen setzen auf Tempo-Tafeln

Um Raser zu bremsen, werden Geräte genutzt, die Geschwindigkeiten messen und Smileys zeigen. Ein Ersatz für Blitzer?

Stollberg.

Zwischen 100 und 105Kilometer pro Stunde. Das ist der Rekord, den eine Tempo-Tafel an der Oberen Hauptstraße in Lugau erfasst hat - bei erlaubten 50 Kilometer je Stunde wohlgemerkt. Laut Sebastian Weichelt vom Ordnungsamt kann das Gerät, das die Gemeinde vom Verkehrszentrum geliehen hatte, aber noch mehr als Geschwindigkeiten speichern: Es zählt Fahrzeuge, unterscheidet Lkw von Pkw und zeigt - je nach Tempo - lächelnde oder traurige Smileys.

Viele Kommunen der Region setzen auf Tempo-Tafeln, um Autofahrer von Geschwindigkeitsüberschreitungen abzuhalten. Dabei nutzen sie allerdings Modelle mit unterschiedlichen Funktionen. Weichelt legt zum Beispiel Wert darauf, dass Smileys auf den Tafeln auftauchen. Wird lediglich die Geschwindigkeit angezeigt, könnte das Autofahrer zu Wettbewerben verleiten, meint er.


Markus Löffler, Verkehrsingenieur beim ADAC Sachsen, kann das bestätigen. Er spricht von Fällen, in denen Fotos von Tempo-Überschreitungen in sozialen Netzwerken gepostet wurden. Smileys hält auch er für wichtig. Diese Signale könnten jedoch nur an vernünftige Fahrer appellieren, die aus bloßer Unachtsamkeit zu schnell unterwegs sind. "Bei den Anderen helfen nur harte Kontrollen mit Blitzern", sagt er. Zudem rät Löffler, regelmäßig den Standort der Tempo-Tafeln zu wechseln, um zu vermeiden, dass sich Autofahrer an die Geräte gewöhnen.

An diese Regel halten sich fast alle Kommunen. So stehen die zwei Geräte der Stadt Stollberg in wechselndem Rhythmus an den Grundschulen und Kindergärten, auf der Herrenstraße und auf der B 169 in Gablenz. Und auch wenn keine lobenden oder tadelnden Signale auf den Tafeln erscheinen: Laut Verwaltung haben sie "definitiv eine positive Wirkung auf das Verhalten im Straßenverkehr". Gute Erfahrungen hat auch die Stadt Oelsnitz gemacht. Wie Bürgermeister Bernd Birkigt erzählt, hat die Verwaltung zunächst mit Leihgaben gearbeitet: "Dann haben wir gemerkt: Das hat echt Wirkung." Mittlerweile hat die Stadt ein eigenes Gerät, das an der Oberwürschnitzer Straße, an der Straße Hinterm Hedwigschacht und vor allem an der Bahnhofstraße zum Einsatz kommt. In der Verwaltung wird darüber nachgedacht, einen zweiten Apparat zu kaufen.

In Jahnsdorf sind bereits seit acht Jahren zwei Geräte installiert: auf Höhe der Kita an der Leukersdorfer Hauptstraße und auf Höhe des Parkplatzes an der Chemnitzer Straße in Jahnsdorf. Beide zeigen Smileys. Burkhardtsdorf und Thalheim haben keine Tempo-Tafeln. Der Niederdorfer Gemeinderat hat jüngst beschlossen, ein hochwertiges Gerät anzuschaffen.

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