Kreis kommt mit weniger Plätzen für Flüchtlinge hin

Künftig verstärkt Konzentration auf Integrationsmaßnahmen

Annaberg-Buchholz.

Der Landkreis kann die Anzahl vorgehaltener Plätze für Asylantragsteller Ende des Jahres weiter reduzieren. Wie im Kreistagsausschuss für Familie, Bildung, Gesundheit und Soziales am Mittwochabend informiert wurde, liegt die Anzahl zugewiesener Flüchtlinge für dieses Jahr weit unter den im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ausgewiesenen Prognosen. Laut diesen hätte der Landkreis 960 Antragsteller unterbringen müssen, erläuterte Abteilungsleiter Frank Reißmann den Ausschussmitgliedern.

Aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Flüchtlingszahlen hatte der Erzgebirgskreis eine eigene Prognose aufgestellt. Diese ging von lediglich 650 Antragstellern aus. Bis Ende August seien laut Reißmann sogar nur 331 im Kreis angekommen. Und für die 36. und 39. Kalenderwoche wurden lediglich 25 beziehungsweise 30 weitere Antragsteller angekündigt. "Hochgerechnet aufs Jahresende kommen wir wohl bei gut 550 raus", rechnete Reißmann vor und schlussfolgerte: "Damit müssten wir mit unseren vorgehaltenen Kapazitäten hinkommen." Wie vorgesehen könnte dann auch der Containerstandort Burkhardtsdorf/Meinersdorf dicht gemacht werden. Mit den wegfallenden 120 Plätzen hätte der Landkreis noch insgesamt 2500 Plätze für dann etwa gut 2200 Flüchtlinge - aktuell seien es 1954. "Falls nichts Außergewöhnliches passiert, reicht die Unterbringungskapazität also aus, wir hätten sogar noch einen Puffer", so Reißmann.

Mittlerweile konzentriert die Kreisverwaltung ihre Bemühungen verstärkt in Richtung Integration. Wie Reißmann ankündigte, liege für den Doppeletat-Entwurf 2019/2020 jetzt ein Vorschlag vor, das Kreis-Integrationskonzept weiter finanziell zu untermauern. So soll ein Teil der insgesamt dafür vorgesehenen 200.000 Euro für den Sprachmittlerservice verwandt werden. "Sprache ist das A und O jedweder Integration", begründete Reißmann. Zudem sollen Sprachkurse etwa auch an der Volkshochschule unterstützt werden. Zwar werden diese auch vom Bund finanziert, doch nicht jeder schaffe auf Anhieb jene Stufe, die etwa für eine Berufsausbildung notwendig wäre. "Da könnten wir dann motivierten Menschen mit Landkreismitteln helfen", so Reißmann. Ein dritter Teilbetrag soll wieder in Integrationsprojekten in den Kommunen ausgegeben werden.

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