Kreis muss für Nahverkehr tiefer in die Tasche greifen

Mehrausgaben in Höhe von 870.000 Euro sind für dieses Jahr prognostiziert

Annaberg-Buchholz/Stollberg.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kostet immer mehr Geld. Für dieses Jahr hat der Landkreis in seinen Doppelhaushalt die Summe von rund 10,5 Millionen Euro als Zuwendungen für die Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) GmbH eingestellt. Laut Beigeordnetem Andreas Stark sind das gegenüber dem Budget von 2018 bereits knapp 1,9 Millionen Euro mehr. Trotzdem reicht das Geld wohl nicht aus.

Wie Stark zur Sitzung des Technischen Ausschusses am Montagabend informierte, plant der Erzgebirgskreis, für dieses Jahr weitere 870.000 Euro zuzuschießen. So zumindest lautet die aktuelle Prognose. Für das kommende Jahr wird gar mit Mehrkosten von fast 1,2 Millionen Euro kalkuliert.

Die Ursachen der Kostensteigerung sind vielschichtig. Eine große Rolle dabei spielt laut Roland Richter, RVE- Geschäftsführer, der Tarifvertragsabschluss vom Mai. Zudem seien die Kraftstoffkosten im Vergleich zur Annahme im Wirtschaftsplan für dieses Jahr gestiegen. Aber auch bei den Ausbildungskosten stünden um rund 15 Prozent gestiegene Kosten im Vergleich zum Jahr 2018 zu Buche. Sie seien hauptsächlich durch die Intensivierung der Nachwuchsgewinnung entstanden. Laut Richter werde es immer schwieriger, Nachwuchs für die Ausbildung zum Busfahrer zu finden. "Wir müssen uns da richtig strecken", so der RVE-Chef.

Zu Kostensteigerungen beigetragen hätten außerdem neu einzukaufende Subunternehmerleistungen ebenso wie etwa das zu touristischen Zwecken erweiterte Verkehrsangebot an Wochenenden. Die Finanzierung des Mehraufwandes muss laut Stark vorerst aus der allgemeinen Liquiditätsreserve des Landkreises erfolgen.

Insgesamt bedient die RVE mit ihren Subunternehmen derzeit zirka 150 Linien. Davon sind laut Richter 107 Regionalverkehrslinien, 22 reine Schülerverkehrslinien und 21 Stadtverkehrslinien.

Angesichts der finanziellen Situation sei es schwierig das Liniennetz zu erweitern, sagte der RVE-Chef in Richtung des Sehmataler Bürgermeisters Andreas Schmiedel. Dieser hatte erneut den Wunsch geäußert, dass künftig wieder Busse an Wochenenden in die Gemeinde fahren mögen. "Dafür sehe ich im Moment keinen Bedarf", so Richter.

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