Künstler über gefällte Riesen-Fichte: "Ich habe schon einige Ideen"

Ralf Salzer aus Kühnhaide wird die Riesen-Fichte bearbeiten

Kühnhaide.

38 Meter hoch, knapp acht Tonnen schwer - doch Käfer hatten der mächtigsten Fichte im Altkreis zugesetzt. Daher ließ sie Revierförster Michael Melzer zähneknirschend fällen. Doch er wollte den Baum nicht als Brennholz enden lassen, sondern ihm seine Würde lassen. Mit Frank Salzer aus Kühnhaide fand er einen Künstler, der sich des Baumes annimmt. Jan Oechsner sprach mit dem Künstler.

Freie Presse: Sie holen sich den Riesen-Baum, der bereits in vier Meter lange Stücke zersägt worden ist. Wie ist denn der Kontakt zum Förster - andere Künstler aus Gelenau hatten ihm kurz vorher abgesagt - eigentlich entstanden?

Frank Salzer: Ich hatte Herrn Revierförster Melzer kürzlich mal gefragt, ob er ein starkes Stammstück einer Weymouths-Kiefer für eine Skulptur hat, das ich abkaufen kann. Das hat gut geklappt, es war eines aus dem Bürgerwald der Stadt Stollberg zu verkaufen. Wegen der Fichte hatte er mich wiederum angesprochen.

Was machen Sie aus der Fichte?

Ich habe schon einige erste Ideen. Aber ich habe das Holz noch nicht gesehen. Es liegt ja noch in Günsdorf. Doch wenn wir es abholen, bin ich mit vor Ort.

Ist Fichtenholz überhaupt geeignet - in ihrer Zunft wird doch eher mit Hartholz gearbeitet?

Stimmt. Weichholz ist nicht so optimal. Fichte ist nicht so haltbar, sie hat viele Äste. Auch gehen an Weichholz eher die Ameisen oder Holzwürmer. Und ich möchte so wenig wie möglich mit irgendwelchen Lacken oder Kunststoffen arbeiten. Das heißt: Es ist eine Abwägung zwischen Verrotten lassen und optimal schützen. Irgendwo da drin wird mir was einfallen. Aber: Der Stamm ist natürlich ungewöhnlich in seiner Dimension. Das ist ein Vorteil.

Können Sie das denn bearbeiten?

Ja. Ich habe eine mobiles Sägewerk, dass Stammdurchmesser bis 1,20 Meter schafft. Die normalen Sägewerke, die normales Nutzholz bearbeiten, haben nur Gatteröffnungen von bis zu 80 Zentimeter.

Was Sie mit dem Holz auch machen: Ist das Ergebnis für die Leute dann auch zu besichtigen?

Ja. Fast alles, was ich mache, ist öffentlich.

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