Kulturbanausen sagen der Bühne ade

Am kommenden Samstag bringen die sieben Hobby-Schauspieler mit ihrer Komödie "Hudelei statt Liebelei" die Besucher ein letztes Mal zum Lachen. Nach 17 Jahren löst sich die junge Theatertruppe auf.

Lugau.

Die Freude am Schauspiel, das unbekümmerte Umsetzen von witzigen Einfällen, die Lust am Ausprobieren, mit komödiantischem Talent die Zuschauer begeistern. Aber auch das Lampenfieber vor jedem Auftritt, emotionale Momente. Das alles ist nun bald vorbei. Nur noch zweimal öffnet sich für die Kulturbanausen aus Lugau der Vorhang der großen Bühne im "Weißen Lamm" Hohndorf. Am 1. Februar bringen die sieben Hobby-Schauspieler dort ihre verzwickte Komödie "Hudelei statt Liebelei" ein letztes Mal zur Aufführung. Nach 17 Jahren geht für die junge Theatertruppe eine Entwicklung vom Märchentheater zu abendfüllenden Komödien zu Ende.

Trotz noch reichlich vorhandener Ideen und enormem Zuspruch von den vielen treuen Stammgästen haben sich die Kulturbanausen zu dem Schritt entschlossen. "Das Theater spielen macht nach wie vor unheimlich viel Spaß. Doch wir sind jetzt in dem Alter, wo Veränderungen anstehen", erklärt der 28-jährige Lehrer für Deutsch und Religion an einer Schule in Halle, Emanuel Korb. Alle Darsteller seien berufstätig. Proben und Auftritte zu koordinieren, sei schwierig geworden. "Wir wollen nicht, dass die Qualität der Stücke und Aufführungen leidet", ergänzt Danny Meyer. Der Lehrer für Geschichte und Ethik unterrichtet in Erfurt.

2003 gründeten die beiden damals elfjährigen Schüler die Theaterkids. Im ersten Märchen "Der gestiefelte Kater" spielten fünf Kinder mit. Geprobt wurde in der Gartenlaube von Emanuels Onkel. Die Aufführungen in Schulhorten und Kindergärten kamen so gut an, dass sich die recht schnell wachsende Gruppe an immer mehr Märchen wagte. Geschrieben wurden die mehr als 20 Bühnenfassungen von Emanuel Korb und Danny Meyer. Nach sieben Jahren war dann Zeit für etwas Neues. Die jungen Leute waren dem Märchenalter entwachsen, wollten nicht unglaubwürdig wirken. So entstand die Kriminalkomödie "Tod inklusive".

Das Besondere: Jedes Stück wurde vom Text bis zu Kostümen und Bühnenbild komplett im Team entwickelt. Das heißt, Danny Meyer und Emanuel Korb gaben nur einen "roten Faden" vor. Bevor die 15- bis 40-seitigen Drehbücher entstanden, bestimmten die Mitspieler den weiteren Verlauf der Handlung mit. Gerne wurden ortstypische Schauplätze oder Menschen einbezogen. "Das Schönste war, die Entwicklung von einem weißen Blatt Papier zu einem Drehbuch für ein bühnenreifes Stück zu erleben. Werden zum ersten Mal die einzelnen Akte zu einem Ganzen zusammengefügt, sind das für alle spannende Momente", erklärt Emanuel Korb.

Inzwischen haben die ehemaligen Theaterkids, die sich seit 2012 Kulturbanausen nennen, auf diese Art neun Verwechslungskomödien auf die Bühne gebracht. Allein das aktuelle Lustspiel sahen im "Weißen Lamm" etwa 2600 Besucher. "Die Karten sind immer innerhalb einer halben Stunde ausverkauft", berichtet Sven Neubert, Teilbetriebsleiter im Kultur- und Freizeitzentrum Lugau (KFZ). Die hauseigene Theatergruppe wurde all die Jahre vom KFZ-Team unterstützt. "Zweimal standen sogar Reisebusse mit Zuschauern vor der Tür", erinnert sich Emanuel Korb.

Und jetzt? Erst einmal zur Ruhe kommen, ein paar Tage entspannen. Das haben sich die "Banausen" jetzt vorgenommen. "So richtig habe ich noch gar nicht realisiert, dass jetzt Schluss ist", gesteht Emanuel Korb.

Für die Aufführung "Hudelei statt Liebelei" am 31. Januar im "Weißen Lamm" sind unter Telefon 0372952486 noch Restkarten erhältlich.

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