Kunst dort erleben, wo sie entsteht

Zur Pfingstaktion "Kunst: offen in Sachsen" waren Besucher am Wochenende in Ateliers, Arbeits- und Ausstellungsräume eingeladen - auch im Altkreis.

Leukersdorf/Burkhardtsdorf.

Erst seit wenigen Tagen sind viele Werke des Bildhauers Volker Beier wieder zurück in seinem Leukersdorfer Atelier. Fast zwei Monate hatten sie innerhalb einer großen Personalausstellung ein Gastspiel im Schloßbergmuseum Chemnitz gegeben. Pünktlich zur Pfingstaktion "Kunst: offen in Sachsen" drängten sich die Werke wieder in Atelier und Garten, zeugten vom unermüdlichen Fleiß und der kraftvollen Ausdrucksweise des Bildhauers. Doch gerade im Atelier von Volker Beier wurde deutlich, dass die hier sichtbaren Werke nur ein Teil seines Schaffens sind. "Wir haben heute viel über den Altmarkt in Dresden und über Brunnengestaltung geredet", resümiert Volker Beier. Beim Dresdner Altmarkt war der Künstler unter anderem an der Bergung und Rekonstruktion des durch Luftangriffe verbrannten Originalpflasters in Zweiten Weltkrieg beteiligt. Von ihm entworfene Brunnen stehen an vielen Orten, so in Geithain und Rochlitz. Besucher, die mit Volker Beier ins Gespräch kommen, erfahren auch viel über Werke, die es gar nicht gibt. So bedauert der Bildhauer, dass in Annaberg nicht das von ihm entworfene Denkmal zu Georg dem Bärtigen steht, der als Gründer der Stadt gilt. "Die Fördermittel waren damals da. Attrappen der Figuren hatte ich bereits in Lebensgröße gefertigt." Neben dem Stadtgründer hatte er alte Gewerke von der Klöpplerin bis zum Bergknappen würdigen wollen, denn so versteht er die Kunst im öffentlichen Raum: "Wir haben die Verpflichtung, Geschichte aufrechtzuerhalten."

Dass Kunst nicht nur schöne Dinge darstellen will, sondern Historie und Gegenwart kritisch aufgreift, das konnten die Besucher auch bei Mechthild Pöhler in Burkhardtsdorf erleben. Die Malerin und Grafikerin hatte sowohl ihr Wohnhaus, als auch ihr als Atelier genutztes Gartenhaus für Besucher geöffnet. Vor allem Portraits afrikanischer Menschen und griechische Landschaften beschäftigen die Künstlerin derzeit. Dabei zeigt sie den Großteil ihrer Arbeiten nicht gerahmt. Auf Staffeleien und Tischen, in Stapeln und in Mappen werden die Arbeiten präsentiert. Fertige Blätter stehen neben unvollendeten Arbeiten, sodass auch der Entstehungsprozess nachvollziehbar wird. Gerade bei Mechthild Pöhler wird deutlich, dass Kunst weder formale Beschränkungen kennt, noch an ein besonderes Equipment gebunden ist. So entstehen bei Pöhler sogar Kunstwerke auf schlichtem Zeitungspapier: "Ich verbinde hier bewusst aktuelle Themen mit der aktuellen Presse."

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