Kunst zieht unters Schuldach

Ein 660.000 Euro teurer Umbau kam für die Oberschule in Gersdorf zur rechten Zeit. Zusätzliche Räume im Dachgeschoss helfen in Coronazeiten beim Abstand halten.

Gersdorf.

Im Sommer war es da oben zu heiß, im Winter zu kalt - deshalb konnte das Dachgeschoss der Evangelischen Oberschule Gersdorf bisher kaum genutzt werden. Jetzt ist das anders. Mit einem 660.000 Euro teuren Umbau wurden neue Räume geschaffen. "Das ist genau zur richtigen Zeit fertig geworden. Damit haben wir Ausweichmöglichkeiten, um in der Coronazeit die Klassen zu teilen und die Hygienevorschriften einzuhalten", sagt Veronika Bartsch, Geschäftsführerin des Trägervereins der Oberschule. An der Bildungsstätte lernen 288 Schüler in zwölf Klassen.

Die bessere Nutzung der Räume schwebte der Schulleitung schon lange vor. Vor rund vier Jahren nahmen die Umbaupläne langsam Gestalt an. "Das war ein längerer Prozess. Wir haben den kompletten Grundriss des Dachgeschosses und damit den Zuschnitt der Räume verändert", so Veronika Bartsch. Unter den Dachschrägen entstand ein großes Kunstzimmer mit Vorbereitungsraum. "Hier haben hier unseren Kunstunterricht und endlich genügend Platz", sagt Katharina-Tabita Koch. Die 13-jährige Langenchursdorferin nutzt die neuen Möglichkeiten ebenso wie Salome Unger aus Oberdorf. Die Mädchen aus der Klasse 7a sitzen auch gelegentlich an einer der sieben Maschinen im neuen Nähzimmer. "Kissenbezüge, Klamotten für Kuscheltiere, Wimpelketten, auch Loops haben wir schon genäht", berichtet Salome Unger, die sogar ihren Mund-Nase-Schutz für die Schule dort hergestellt hat. Der Jonathan Grabner (14) aus Erlbach-Kirchberg, auch aus der 7a, hat ebenfalls schon sein Können an der Nähmaschine erprobt.

Jetzt gibt es unterm Dach außerdem ein Informatikkabinett, einen Raum für die Beratung zur Berufsorientierung sowie ein Integrationszimmer. Immerhin 15 Integrationsschüler lernen an der Oberschule. Fast ein Jahr hat der Umbau gedauert. Baubeginn war im Mai 2019. Jalousien an den Dachfenstern und eine Isolierung schotten nun die Räume vor Sonne und Kälte ab, für die richtige Raumtemperatur sorgt eine moderne Klimaanlage.

Das Geld für den Umbau stammt zum einen aus Eigenmitteln des Trägervereins, zum anderen aus Fördermitteln des Landes. Hier hat der Trägerverein das Programm "Brücken in die Zukunft" angezapft. "Ich bin froh, dass uns da die Gemeinde beim Beantragen der Fördermittel unterstützt hat", betont Veronika Bartsch.

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