Landesärztekammer lockt Studenten nach Stollberg

Arbeiten als Mediziner in der ländlichen Region? Dass dies auch Vorteile hat, soll künftigen Ärzten schmackhaft gemacht werden. Doch was sagen die jungen Leute selbst?

Stollberg.

Ein überschaubares Krankenhaus mit 235 Betten, Technik auf dem neuesten Stand, ein attraktives Umfeld, gute Verkehrsanbindung. Die Möglichkeiten, als Arzt außerhalb von Universitätsstandorten zu arbeiten, haben die Medizinstudenten überrascht. Denn raus aus der Großstadt und arbeiten in ländlich geprägten Regionen, die Vorstellung scheint vielen Medizinstudenten unattraktiv. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ging die Landesärztekammer mit dem Projekt "Ärzte für Sachsen" zum sechsten mal "On Tour". Ziel der Aktion ist es, interessierten Studenten bereits im frühen Studienabschnitt die Möglichkeit zu geben, sich umzuschauen und Vorurteile gegenüber kleineren Kliniken abzubauen.

"Es ist uns wichtig, durch diese Aktionen ein Signal zu setzen. Wir nehmen Nachwuchsmediziner ernst, sie sind bei uns willkommen", sagte Andrea Morzelewski, Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses Stollberg.


Vier Medizinstudenten im ersten und zwei im dritten Studienjahr waren der Einladung gefolgt. Nach dem Krankenhaus Zschopau und einer Hausarztpraxis in Burkhardtsdorf ist das Kreiskrankenhaus Stollberg die dritte Station der Tour gewesen. Dr. Gerald Bretschneider, Assistenzärztin Anett Pallaske und Andrea Morzelewski gaben den Studenten einen Überblick über die Arbeit in den sechs von Chefärzten geleiteten Kliniken des Krankenhauses. "Die Begleitung der Studenten während der Zeit als Assistenzarzt ist in einem kleinen, ländlich geprägten Krankenhaus wesentlich intensiver als in den großen Universitätszentren. Die Ärzte nehmen sich hier einfach mehr Zeit, sich um die Ausbildung des Nachwuchses zu kümmern", sagt Bretschneider.

Für Peter Flaske, Student im zweiten Semester, wäre genau das ein Auswahlkriterium für ein Krankenhaus in einer Kleinstadt. Denn Teamarbeit, das gemeinsame Schultern von Verantwortlichkeiten, das will die zukünftige Generation. "Diese Kliniken sind personell überschaubar und durch die Vielzahl unterschiedlicher Patienten sehr gut geeignet, Basiswissen anzueignen."

Mitstudent Leonhard Schwager findet, dass man so sein "Handwerk" am besten lernen kann. "Es sind eher die normalen und nicht die Spezialfälle, die den Beruf ausmachen und mich interessieren." Beide stehen noch am Anfang ihrer Ausbildung, als Arzt auf dem Land zu arbeiten, könnten sie sich schon vorstellen.

Konkretere Pläne hat bereits Sara Danner. Landärztin mit eigener Praxis für Allgemeinmedizin wäre der Traum der Medizinstudentin im dritten Studienjahr. "Ich bin zum dritten Mal bei einer Besichtigungstour dabei. Die Möglichkeiten, als Arzt in Sachsen tätig zu sein, sind überraschend vielfältig und für mich durchaus attraktiv."

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