Lange Suche nach dem Vater in Zwönitz nimmt glückliches Ende

Der sehnlichste Wunsch von Ines Bauszus aus Sangerhausen hat sich jetzt erfüllt: Sie hat im Erzgebirge mehrere Verwandte gefunden. Den Durchbruch brachte schließlich ein Zeitungsartikel.

Zwönitz/Sangerhausen.

Sie ist eine gestandene Frau, aber das hat selbst Ines Bauszus fast aus den Socken gehauen: Die Mittfünfzigerin aus Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) suchte Jahrzehnte lang im Erzgebirge nach ihrem leiblichen Vater - oder besser nach einem Bild von ihm, denn er ist bereits verstorben. Auch möglichen Halbgeschwistern war sie auf der Spur. Jetzt ist sie endlich fündig geworden. "Wir sind sage und schreibe sechs Geschwister", berichtet die Krankenschwester.

Zwei Halbbrüder und drei Halbschwestern gibt es demnach. "Und alle wussten von mir." Lange Zeit tappte Ines Bauszus bei ihrer Suche im Dunkeln. In Archiven und Ämtern fand sie aber zumindest etwas - etwa den Namen ihres Vaters, den Wohnort in Zwönitz-Kühnhaide, die Arbeitsstelle im Messegerätewerk Zwönitz. Auch seinen frühen Tod im Alter von 41 Jahren 1978 recherchierte sie und wusste, dass sie das Kind einer verbotenen Liebelei zwischen ihm und ihrer Mutter war.

Die Eltern hatten sich vermutlich im Krankenhaus Halle kennengelernt - sie Schwester, er Techniker. Die ersten zwei Lebensjahre verbrachte Ines Bauszus im Heim, ehe ihre Mutter heiratete und sie nach Hause holte. Als 13-Jährige entdeckte sie die Adoptionsurkunde - und gibt seither keine Ruhe.

Der Durchbruch bei der Suche nach ihren väterlichen Wurzeln gelang aber erst jetzt, nachdem "Freie Presse" vor wenigen Tagen darüber berichtete. Noch am selben Tag stand in der Redaktion das Telefon nicht still. Drei Geschwister suchten auf diesem Weg den Kontakt zum verlorenen Familienmitglied. Ines Bauszus reagiert fassungslos, aber auch überglücklich. "Nach Jahrzehnten der Suche ist es ein überwältigendes Gefühl, zu wissen, dass es noch Angehörige väterlicherseits gibt, die mir von meinem Papa und von sich berichten können." Es gab auch bereits erste Telefonate. "Wir werden den Kontakt nie wieder verlieren", ist die Mutter und Oma sicher. Auch ein persönliches Treffen mit einigen Geschwistern soll es bald geben. "Ich denke Anfang nächsten Jahres."

Die meisten ihrer Geschwister wohnen in den alten Bundesländern. "Alle haben Familien", erzählt Ines Bauszus. Und auch erste Fotos, die ihren Papa zeigen, hat sie endlich bekommen. Das hatte sie sich sehnlich gewünscht, weil sie ihr Leben lang kein Bild von ihrem Papa vor Augen hatte. "Mein Bruder hat mir ein paar Fotos zugesandt", sagt sie. "Ich muss sagen, mein Papa war ein sehr schicker Mann."

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