Leukersdorfer bauen Bienenkorb zu ihrer Vorzeige-Kita auf

Die Einrichtung soll endlich fit werden für die derzeit 70 Kinder - also investiert die Einrichtung in neue, moderne, große Spielanlagen. Auch mit dem Geld vieler Spender aus der Wirtschaft. Und einem Internetaufruf.

Leukersdorf.

Von wegen, einfach von der Stange kaufen. Eine große Herausforderung ist dieser Terror der Möglichkeiten gewesen. "Das kann man wirklich so sagen. Es gibt sehr, sehr viele Freiluft-Spielgeräte auf dem Markt, und auch so viele Firmen. Wir haben uns etwa ein Dutzend an Spielplätzen anderswo angeschaut - entweder vor Ort oder im Internet", sagt Katrin Pampel. Sie nickt dann. Wie gesagt: Von wegen von der Stange.

Katrin Pampel leitet die Kita Bienenkorb in Leukersdorf. Ihr Ziel: Noch dieses Jahr soll die Einrichtung spieltechnisch endgültig im 21. Jahrhundert ankommen. Es ist ja nicht so, dass die 70 Kleinkinder gar nichts zum Herumtoben hätten - aber vieles ist mittlerweile alt und abgenutzt. Ob es nun die alte Plasteburg ist oder das kleine Kletterhaus. "Wir haben hier keine Mitarbeiterin mehr, die schon da war, als es aufgestellt wurde. 25 Jahre ist es alt. Es hat nur noch dieses Jahr eine Erlaubnis vom Tüv", so Pampel. Sie selbst arbeitet in der Kita seit zwölf Jahren.

Jetzt haben sie endlich etwas gefunden. Ein großer Kletter-Parcours etwa - Hangelelemente, Schwingbalken, Hängebrücke, Balanceseile, Kettenlaufelement. Fast neun Meter lang, fast 13 Meter breit. Dazu noch eine drei Meter hohe Rutsche - mit einem Bienenkorb als Landmarke. Alles aus Robinienkernholz. "Es geht uns um naturnahe Materialien - und um viel Bewegung für die Kinder. Doch wir mussten erst zwei Monate Ideen sammeln, was wir wirklich wollen", so Pampel. Denn: Selbst hier auf dem Dorf nehme es zu, dass Kinder unterfordert werden. Pampel redet von weniger Bezug zur Natur, weniger Bewegung an frischer Luft. "Viele Kinder werden ja mit dem Auto bis zur Kita vorgefahren." Sie könne die Eltern verstehen, also wolle die Kita dagegenhalten.

Das Stichwort: naturnahe Bewegungs- und Erlebnisräume schaffen. "Bei uns gibt es bereits ein Weidentipi, Balancierbalken, Hecken und Büsche zum darin spielen und verstecken - und dahinein sollte sich auch der erweiterte Spielplatz einfügen", so Pampel. Dann ist man endlich im 21. Jahrhundert. "Das viele Plaste war sicher mal pragmatisch, praktisch, gut. Aber nicht mehr heute."

16.000 Euro sollen die beiden neuen Anlagen kosten. Etwa die Hälfte des Geldes sind Spenden aus der Wirtschaft. Bürgermeister Albrecht Spindler hat die Werbetrommel gerührt. Allein im jüngsten Gemeinderat sind 6000 Euro an Spenden verschiedener Firmen für den Bienenkorb angenommen worden.

Die Kita und ihre Elternschaft möchte ebenso Kräfte mobilisieren - und sie drehen an der eigenen Werbetrommel. Unter dem Hashtag #tragsmit ist das Motto formuliert, wie der Spielplatztraum verwirklicht werden soll. "Wir hoffen, das möglichst viele ein kleines Stück vom Großen mittragen. Wir freuen uns über Unterstützung monetärer Art, genauso aber auch über Zeit und Manpower - denn im Herbst wollen wir den Spielplatz aufbauen", so schrieben es die Kita-Verantwortlichen jüngst im Jahnsdorfer Amtsblatt.

Denn die Spielanlagen werden in wenigen Wochen von der Firma nur bis an die Haustür geliefert - aufbauen ist selbst angesagt. "Zudem muss das Altgerät demontiert und der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Es gibt noch eine Menge zu tun", sagt Katrin Hampel.

Die Euphorie ist da, sie setzt Kräfte frei. Doch es gab auch traurige Gesichter. Katrin Pampel redet von den Kindern, die gerade den Bienenkorb verlassen haben, um in die Grundschule zu gehen. "Die wären am liebsten noch geblieben. Wegen der tollen Spielgeräte, die bald da sind."

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1Kommentare
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  • 0
    0
    kyraly
    12.09.2018

    Schöne Aktion für die Kids von Leukersdorf! Meine großen Kinder waren zwischen 2002 und 2010 in der Kita Bienenkorb und wir haben uns da immer sehr wohl gefühlt. Auch heute noch trauere ich dem schönen schattigen Garten nach, wenn ich meinen Kleinen aus dem Rodewischer Kindergarten abhole, wo kaum Schatten im kleinen Garten zu finden ist.



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