Lugau räumt mit einer Idee für Vierseithof in Ursprung ab

Der Freistaat hat geplante Projekte für den ländlichen Raum ausgezeichnet. Unter 362 eingereichten Vorhaben hat Lugau gleich zweifach überzeugen können. Doch auch in Meinersdorf und Jahnsdorf ist die Freude groß.

Lugau/Meinersdorf.

Mit einem Preisgeld von 200.000 Euro hat der Freistaat ein im Lugauer Ortsteil Ursprung geplantes Gemeinschaftsprojekt ausgezeichnet. Unter dem Motto "Vorwärts zum Ursprung" will die Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Höselmühle mit der dort ansässigen Familie Herold ein Gebäude errichten, das dem gesamten Dorf zur Verfügung stehen soll.

Damit räumte Lugau einen der Hauptpreise im Ideenwettbewerb für den ländlichen Raum ab. Aus mehr als 360 Einsendungen wurden 70 Beiträge mit Prämien von 5000 bis 300.000 Euro ausgezeichnet - insgesamt knapp fünf Millionen Euro. Prämiert wurden in zwei Kategorien unter anderem Mehrgenerationenprojekte und kreative Konzepte, bei denen bestehende Gebäude in den Dörfern oder kleinen Städten anders genutzt werden.

"Bei so vielen Teilnehmern hätten wir nicht damit gerechnet. Aber wir freuen uns natürlich riesig", sagt Lugaus Hauptamtsleiterin Alexandra Lorenz-Kuniß. Das Projekt der Stadt mit der Familie Herold besteht aus drei Teilen. Zum einen soll auf dem ehemaligen Vierseithof ein Gebäude entstehen, das energetisch autark läuft. Dieses soll öffentlich genutzt werden können, etwa für Lesungen, Nachbarschaftstreffen oder einen Weihnachtsmarkt. Zudem ist geplant, einen Natur- und Therapiegarten anzulegen, in dem auch Workshops angeboten werden. Drittens soll eine Gemeinde-App entwickelt werden, die die Einwohner mit Informationen aus Lugau versorgt. Wann es starten kann, ist offen. "Es ist ja ein Ideenwettbewerb. Jetzt kann es weitergehen."

Neben der Auszeichnung in dieser Kategorie, in der sich nur Kommunen beteiligen konnten, wurden auch Preise an Vereine und Einzelpersonen vergeben. Dort taucht Lugau wieder auf. Die hiesige Leader-Region "Tour zum Erzgebirge", zu der acht Kommunen gehören und deren Vorsitzende Alexandra Lorenz-Kuniß ist, will ein Kreativcafé installieren, bei dem das Reparieren im Vordergrund steht. . "Das ist ein kleines Café mit eingerichteter Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Alltags- und Gebrauchsgegenstände, das nur für einen Nachmittag geöffnet hat. Und was nicht repariert werden kann, kann vielleicht kreativ umgenutzt werden." Dieses Angebot soll es abwechselnd in den Kommunen der Leaderregion geben, jeweils in einem geeigneten Raum. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen. "Der Nachhaltigkeitsgedanke steht im Vordergrund, Dinge wieder- oder umzunutzen. Aber auch der Gemeinschaftsgedanke, Treffen im Dorf", so Lorenz-Kuniß. Für diese Idee gibt es 5000 Euro.

Über dieselbe Summe kann sich der Kleingartenverein Adorfer Straße in Jahnsdorf freuen, dessen Mitglieder im dortigen Gartenheim eine neue Küche für ein gemeinsames Kochen einbauen wollen. So soll das Gartenheim wieder zum Treffpunkt werden, an dem ältere Menschen ihr Wissen übers Gärtnern weitergeben können.

Groß war die Freude am Mittwoch zur Preisverkündung auch bei Martina und Gunter Nestler. Sie wollen im Pestalozzi-Haus Meinersdorf das Café Hoffnung als Begegnungsstätte etablieren. Das ist dem Freistaat ein Preisgeld von 10.000 Euro wert. "Wir sind sehr dankbar", so Martina Nestler. Eine Möglichkeit wäre, von dem Geld Möbel für den Außenbereich zu kaufen. Eigentlich wollten die Mitstreiter in diesen Tagen eröffnen. Sobald die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie für Gastronomiebetriebe gelockert werden, wollen sie loslegen. "Gerade jetzt brauchen die Menschen einen solchen Ort der Begegnung", so Martin Nestler. Das Projekt ist unter dem Dach der Kirchgemeinde Meinersdorf angesiedelt.

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