Lugau will nächsten Schandfleck beseitigen

Aus einer Idee wird nun Realität: Für geschätzt 1,2Millionen Euro soll aus dem alten Güterschuppen ein Ort für den Breitensport werden. Die frühere Nutzung des Gebäudes soll aber wie schon bei der Stadtparkgestaltung nicht versteckt werden. Im Gegenteil.

Lugau.

Die Stadt Lugau geht den nächsten Schritt, damit das frühere Bahnhofs- und Güterbahnhofsgelände vergessen zu machen. Zumindest fast - denn so wie die frisch gepflanzten Blumen hinterm Bahnhof zwischen Schienensträngen blühen, so soll auch bei der Umnutzung des alten Güterschuppens die Vergangenheit zumindest optisch weiter eine Rolle spielen. Denn die einstige Be- und Entladestation für Züge soll zwar zu einer Halle für den Breitensport werden, aber bestimmte Elemente wie das Dach mit seiner besonderen Holzkonstruktion - ein sogenanntes Sprengwerk - und die Rampe wird es auch weiterhin geben. Kostenpunkt des Projekts: 1,2Millionen Euro. Wie Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) sagte, plant man mit einem Zwei-Drittel-Zuschuss durch die Städtebauförderung (SOP).

Das Vorhaben wurde beim Landratsamt zur Genehmigung eingereicht, bis 11. Mai seien noch einige Zuarbeiten zu leisten, sagte Weikert. Man gehe davon aus, dass die Baugenehmigung dann Ende August vorliegt. Parallel werde aktuell durch das beauftragte Architekturbüro das Leistungsverzeichnis erstellt, um dann schnell ins Ausschreibungsverfahren gehen zu können. Man gehe zwar von einem Baubeginn möglichst noch 2019 aus, aber die Bauzeit werde sich mit Sicherheit bis ins Jahr 2020 hinziehen.


Geplant ist, die gesamte Innenfläche zu einer Sporthalle umzubauen, die durch eine mobile Wand in zwei Teilbereiche getrennt werden kann - 170 beziehungsweise 130 Quadratmeter groß. Der Anbau (im kleinen Foto auf der rechten Seite) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, in dem Toiletten, ein Technikraum, Garderoben und ein Foyer ihren Platz finden. Die Sanitäranlage, so Weikert, soll öffentlich zugänglich sein - also beispielsweise für Stadtparkbesucher. Duschen sei nicht möglich, dafür ist die Nutzung der Sanitäranlagen des Bahnhofsgebäudes, das gerade zu einem Domizil für die Ringer umgebaut wird, vorgesehen. Die Rampe des Güterbodens soll erhalten und zu einer Art Aufenthaltsbereich umgestaltet werden. Inwieweit das Dach saniert oder neu gebaut werden muss, hänge von noch ausstehenden Untersuchungen ab.

Gedacht ist, dass in dem Gebäude künftig jene Sportgruppen aktiv werden können, die aktuell noch in der alten Ringerhalle trainieren und im neuen Ringerdomizil nicht unterkommen können. Auch andere Breitensportler sollen die neue Halle nutzen können, sagt der Bürgermeister. Zudem könne er sich vorstellen, in der Halle auch Veranstaltungen durchzuführen. Die Personenzahl ist auf maximal 199 beschränkt, was mit brandschutztechnischen und baurechtlichen Fragen zusammenhängt.

Wenn das Projekt Güterboden abgeschlossen und auch der Stadtspielplatz zwischen dem RVE-Gebäude und den Gleisen - aktuell läuft dafür die Ausschreibung - gebaut ist, bleibt nur noch der alte Lokschuppen als Hinterlassenschaft des früheren Bahnhofs. Denn in den vergangenen Jahren hat die Stadt schon kräftig in das Areal investiert - 1,3Millionen Euro in den Stadtpark mit Radweg und den Fossilen Gärten samt BMX-Park, 3,2 Millionen Euro sind für den Bahnhofsumbau geplant. Letzterer wird zu 90Prozent gefördert, für die anderen Projekte gab es einen Zwei-Drittel-Zuschuss.

Und der Lokschuppen? Auch hier soll etwas passieren, sagt Weikert. Das Dach müsste zunächst erneuert und das Innere entrümpelt werden. Er hätte den Lokschuppen an der Skateranlage gern erhalten, sei er doch zum einen Sicht- und Geräuschschutz für die Wohnbebauung, zum anderen wollen die Jugendlichen ihn gern als Fahrradwerkstatt nutzen. Bevor hier aber etwas entschieden werden kann, müsse der Zustand des Gebäudes bautechnisch untersucht werden.

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