Lugauer feiern eine laue Sommernacht

Zum zwölften Mal wurde in Lugau die Sommernacht gefeiert. Traditionelle Attraktionen waren dabei ebenso am Start wie neue Angebote.

Lugau.

Vom alten Bahnwärterhäuschen und Feuerwehrdepot bis zu Villa Facius und Paletti-Park hat die Lugauer Sommernacht Schlemmereien, Musik und Mitmach-Attraktionen geboten. Bei der nunmehr zwölften Auflage haben Hunderte Besucher viel Altbewährtes erlebt, darunter ein Rummel und Stadtrundfahrten mit dem Oldtimerbus HB6.

Die Überraschung: Die Lugauer Eisenbahnfreunde hatten ihren Stand am und im alten Bahnwärterhäuschen bereits drei Stunden vor dem offiziellen Start um 18 Uhr geöffnet, um Besuchern ihr Projekt "Spurensuche 2019 - Lugauer Bahnhof gestern und heute" vorzustellen. Mit Silvio Müller aus Einsiedel war hier ein Eisenbahnexperte zu Gast, der sich die Gleisanlage genau angeschaut hat und ihr einen besonderen Wert zuschreibt. Maxim Schaller staunt: "Ich wusste schon, dass diese Gleise alt sind. Neu ist mir aber, dass sie von der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn sind." Um 1915 ist das etwa 40 Meter lange Schienenstück verlegt worden, welches eine Befestigung mit Eisennägeln aufweist, wie man sie kaum noch findet. "Das ist offenbar eine echte Rarität", freut sich Holger "Fritz" Junghans, Streetworker des Kreisjugendrings. Und er ergänzt: "Inzwischen nimmt das Projekt richtig Fahrt auf." So war Silvio Müller nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hat den Eisenbahnfreunden Originalteile eines historischen Telegrafenmastes geschenkt. Im Bahnwärterhäuschen waren Fundstücke ausgestellt, welche die Jungs bei ihrer Aufräumaktion entdeckt haben, darunter ein Weichengewicht und Schienenbefestigungen. Und neben dem Bahnwärterhäuschen konnten es sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen gemütlich machen: Die Eltern der Eisenbahnfreunde hatten gebacken, und die Bäckerei Nobis spendete Kuchen.


Der Bühnenstar: Ein paar Meter weiter an der Hohensteiner Straße gab es einen tierischen Star zu bewundern. Traditionell bietet der Pferdehof Voigtländer aus Ursprung zur Sommernacht Ponyreiten an. Zwei Gangpferde der Rasse Aegidienberg hatten die Züchter mitgebracht. Außerdem durften Kinder auf dem Rücken der siebenjährigen Eselin Pippi eine Runde drehen. Auch wenn man das Eseln nachsagt: Besonders störrisch ist Pippi nicht. "Pippi ist ein bisschen langsamer, aber auch ruhiger. Deshalb ist sie besonders gut für kleinere Kinder geeignet", sagt Jonna Voigtländer, die seit etwa fünf Jahren regelmäßig mit ihren Eltern bei der Sommernacht mitwirkt. Für Eselin Pippi sind viele Menschen kein Problem, deshalb hat sie in diesem Jahr bereits bei den Aufführungen des Theaterstücks "Die kleine Hexe" auf der Chemnitzer Küchwaldbühne mitgewirkt. Maik Voigtländer verweist zudem auf einen speziellen Rückengurt mit zwei Haltegriffen, den Pippi anstatt eines gewöhnlichen Sattels trägt: "Die Henkel werden normalerweise für Turnübungen auf Pferden genutzt. Die Kinder können sich daran sehr gut festhalten."

Das Fotomotiv: In ein Meer aus Seifenblasen tauchten derweil die Besucher an der Villa Facius. Hier hatte Philipp Guder aus dem brandenburgischen Klein Düben (bei Bad Muskau) seinen Stand aufgebaut. Der 26-Jährige war zum ersten Mal auf dem Sommerfest. "So weit gefahren bin ich mit meiner Seifenblasen-Spielwiese noch nie", bekennt der gelernte Erzieher, der in einem Kinderheim arbeitet. Nebenher betreibt er seit zwei Jahren seinen Seifenblasen-Stand. "Ich habe das mal bei einem Seifenblasenkünstler gesehen und war begeistert", verrät er. Bis zum eigenen Seifenblasenstand hat es aber noch gedauert: "Die Lauge und die Stäbe für die Riesenseifenblasen habe ich mir selbst erarbeitet." Nicht nur Kinder sind von dem Spiel mit den schillernden Blasen begeistert. Auch Eltern greifen immer wieder zu den Stäben und lassen Seifenblasen tanzen. Als besonderen Hingucker hatte Philipp Guder zudem eine Seifenblasen-Maschine mitgebracht, bei der ein Affe permanent Blasen ausspuckt. Ein Riesengaudi, von dem sich die Kinder kaum losreißen konnten. Das mussten sie in der Regel auch gar nicht, denn der Stand war für Eltern und Großeltern ein beliebtes Fotomotiv.

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