Mehr Ausbildungsplätze für weniger Bewerber

104 Aussteller haben sich am Samstag bei der Ausbildungsmesse in der Dreifeldhalle in Stollberg vorgestellt. Interesse an einer Teilnahme hatten aber sogar noch mehr Ausbildungsbetriebe.

Stollberg.

Zum 13. Mal hat am Samstag die Ausbildungsmesse Erzgebirge stattgefunden, und seit den Anfängen hat sich einiges gewandelt. Das Problem der Anfangsjahre, als man bei den Firmen um das Format werben musste, hat man nicht mehr. "Die Firmen merken, dass es ihnen etwas bringt. Seit zwei, drei Jahren müssen wir Bewerbern sogar absagen", so Kerstin Hillig, die Verantwortliche von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Man konzentriere sich nun auf einen guten Mix mit dem Schwerpunkt auf verarbeitendem Gewerbe. Berücksichtigt würden vorzugsweise Firmen der unmittelbaren Region.

Vier Messen pro Jahr werden ausgerichtet. Den Stollberger Termin haben Besucher aus allen Richtungen von Zwönitz, Chemnitz bis Limbach-Oberfrohna genutzt. "Die Auswirkung der Erzgebirgsrallye war in diesem Jahr das große Ungewisse, doch es schlägt sich in den Besucherzahlen nicht nieder", so Hillig. Dennoch kündigt sie an, dass man eine solche Überschneidung künftig umgehen will. "Der Rallye-Termin war niemandem rechtzeitig aufgefallen, ab nächstem Jahr wollen wir aber auf November ausweichen."

Und wie kam die Veranstaltung bei den Jugendlichen an? "Freie Presse" hat sich umgehört.

Robin Kleymann war vor allem auf der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz. Der 14-jährige Stollberger besucht derzeit die neunte Klasse am Evangelischen Gymnasium Leukersdorf. Gezielt hat er nach Angeboten im Bereich Informatik Ausschau gehalten. "Die grobe Richtung war vorher schon klar. Hier kann ich mich nun gezielt umsehen." Sein Resümee: "Es gibt in meiner Richtung viele Angebote, und die Leute an den Ständen sind sehr offen und informativ. Man bekommt einen guten Überblick." Mutter Corinna kennt die Veranstaltung bereits von den älteren Geschwistern. Sie erinnert sich: "Früher gab es viel mehr Bewerber und weniger Ausbildungsplätze." Froh ist sie an diesem Tag, dass sie als Ortsansässige zu Fuß zur Dreifeldhalle kommen können: "Logistisch ist es für Leute von außerhalb nicht so gut, dass die Messe parallel zur Erzgebirgsrallye stattfindet."

Paloma Spielberg ist nicht so ganz zufrieden. Die 15-Jährige ist mit ganz konkreten Vorstellungen gekommen: Sie sucht einen Praktikumsplatz, der zu ihrem Berufswunsch als Hotelfachfrau passt. "Das einzige Angebot in dieser Richtung sind hier die Ahorn-Hotels Oberwiesenthal." Auch bei anderen Berufsbildern, für die sie sich erwärmen könnte, ist die Zahl der Aussteller überschaubar: Kosmetik, Drogerie oder Ernährung kämen in Frage. "Für mich ist hier leider nicht viel dabei. Wirklich viele Angebote gibt es in Metallberufen und Elektrik." Doch dafür interessiert sich die Niederdorfer Gymnasiastin nicht. Dennoch verlässt sie die Ausbildungsmesse am Ende recht zufrieden, denn zwei wichtige Details konnte sie am Hotel-Stand klären: Eine Bewerbung per E-Mail ist möglich. Außerdem gibt es während der Praktikumszeit Unterbringungsmöglichkeiten vor Ort.

Sally Kern aus Thum hat zielgerichtet ihren Favoriten in der Dreifeldhalle aufgesucht. Die 14-Jährige will zur Polizei, und sie lobt: "Der Hallenplan ist hier wirklich sehr hilfreich. Es ist alles sehr übersichtlich und gut geordnet." Dadurch sei sie auch noch auf die Bundeswehr gestoßen, die für sie ebenfalls interessant sein könnte.

Lilly-Rose Wittig aus Auerbach ist gemeinsam mit Sally Kern nach Stollberg gekommen. Die 13-Jährige hat ihre berufliche Zukunft noch nicht so klar vor Augen. "Eine Richtung, die ich mir gut vorstellen könnte, ist Logopädie. Das Wichtigste ist, dass ich mit Menschen zu tun haben will, am liebsten mit Kindern oder Jugendlichen." Beim Bummel durch die Halle hat Lilly-Rose sich etliche Anregungen und einiges Werbematerial mitgenommen. Sie stellt den Ausstellern ein gutes Zeugnis aus: "Die Leute sind wirklich nett."

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