Meinerdorfer Rasselbande bekommt einen Naturgarten

Auf dem Außengelände des Kindergartens entsteht noch in diesem Jahr eine Matschstrecke. Es folgen Klettermöglichkeiten und eine Waldbaustelle. Was nach einem normalen Projekt klingt, ist allerdings alles andere als das.

Meinersdorf.

Das Außengelände des Meinersdorfer Kindergartens Rasselbande ist groß und idyllisch am Hang gelegen. Viele Bäume spenden Schatten, die Hanglage ermöglicht es den Kindern sogar, im Winter Schlitten zu fahren. Nun soll das Gelände noch attraktiver werden. Geplant ist zunächst eine zehn bis 15 Meter lange Matschstrecke mit Wasserpumpe. Dort können sich die Kinder mit Wasser, Sand und Steinen als Wasserbauer versuchen. Dieses Areal wird bereits in diesem Jahr realisiert. Es sollen naturnahe Klettermöglichkeiten und eine Waldbaustelle mit Werkstatt folgen.

Zwar haben die Kindergarten-Leiterin Petra Neuber, Erzieherin Sylvia Hähle und Planerin Silke Kaden das Vorhaben im Gemeinderat erst jüngst vorgestellt, doch sie planen bereits seit zwei Jahren. "Ausgangspunkt war der sächsische Kindergartenwettbewerb, wo ich auf einen solchen Naturgarten in Zschopau aufmerksam geworden bin", sagt Neuber. Sie hat die Ärmel hoch gekrempelt und sich das Areal vor Ort angeschaut und die Planerin kennengerlernt. "Ich habe dort die Kinder spielen gesehen und war sofort fasziniert", erinnert sich Neuber, die ihr Vorhaben dann zunächst im Erzieherteam und dann mit dem Träger, der Kindervereinigung Chemnitz, besprochen hat. Schließlich wurde es im Elternrat vorgestellt.

Dann allerdings begann für das Kindergartenteam die eigentliche Arbeit erst. Und das auf mehreren Ebenen. Claudia Probst hat in ihrer Schulanfängergruppe den Zschopauer Naturgarten in einem Film vorgestellt und mit den Kindern Ideen entwickelt, wie eine solcher Außenbereich in Meinersdorf aussehen könnte. "Die Kinder sind dann wie die Experten erstmals rausgegangen und haben sich das Areal angesehen und überlegt, was wo hinkommen könnte", erinnert sich Sylvia Hähle. Mit diesen Ideen entstand ein gebasteltes Modell der Kinder, das dann der Planerin übergeben worden ist. Silke Kaden fertigte auf Grundlage dieser Vorschläge eine Planskizze für das 2100 Quadratmeter große Gelände an.

Insgesamt rechnet Petra Neuber mit rund 48.000 Euro für das Vorhaben. Die Matschstrecke ist bereits finanziert. Neuber ist mit ihren Kolleginnen bei Handwerkern und Unternehmen Klinken putzen gegangen und hat Spenden gesammelt. "Wir sind überwältigt von der Spendenbereitschaft", sagt Neuber. Für die folgenden Bauabschnitte sollen weitere Spenden gesammelt und Fördermöglichkeiten ausfindig gemacht werden. Im Rat warb das Kindergartenteam für Unterstützung seitens der Gemeinde Burkhardtsdorf. Bürgermeister Thomas Probst stellte in Aussicht, in den kommenden Doppelhaushalt Geld für das Außengelände einstellen zu wollen.

Bei der Umsetzung und Pflege kommen auch die Eltern ins Spiel. Sie sollen gemeinsam mit ihren Kindern und unter Anleitung Hand anlegen. Gefragt ist die Hilfe beim Einbringen der Schüttgüter, beim Pflanzen und beim Formen des Bachbettes. Eine ortsansässige Baufirma will Ende Oktober mit den Arbeiten in Meinersdorf beginnen.


Kommentar: Respekt

Ein Naturerlebnisraum auf dem Kindergartengelände ist eine feine Sache. Er wird den Kindern Freude bereiten. Und er wird ihnen helfen, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Richtig bemerkenswert ist zudem der Werdegang des Projektes. Die Verantwortlichen haben keine lange Wunschliste an ihren Träger geschickt und sich zurückgelehnt. Das Team um Petra Neuber und Sylvia Hähle hat das Vorhaben gleich selbst angeschoben. Die Frauen haben Spenden gesammelt, eine Planerin an Land gezogen und ein Bauunternehmen gewinnen können. Bei der Gemeinde haben sie erst für den zweiten Bauabschnitt wegen eines Zuschusses nachgefragt. Respekt für dieses Vorgehen. Übrigens: Mit 48.000 Euro fällt das Budget überschaubar aus. Offenbar hilft es zu haushalten, wenn jeder Euro mühsam beschafft worden ist. Das Projekt hat es verdient, dass kommende Elterngenerationen es durch Arbeitseinsätze am Leben halten.

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