Mini-Chance für Schacht 208

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Kann die Kaue des Wismut-Schachts in Bad Schlema als Welterbeobjekt gerettet werden? Das soll am Runden Tisch diskutiert werden.

Bad Schlema.

Wird es eine Rettung in sprichwörtlich letzter Minute? Wenn es nach Axel Schlenkrich geht, ja. Der Vorsitzende des Vereins Sächsischer Eisenbahnfreunde hatte im Frühjahr eine Initiative gestartet, deren Ziel es ist, den alten Turm über dem Wismut-Schacht 208 zu erhalten. Zurzeit läuft die Verwahrung der Schachtröhre durch die Wismut GmbH. Sobald das Loch mit einer Betonplombe verschlossen ist, wird der Turm abgerissen.

Der Welterbeverein "Montanregion Erzgebirge" hat sich inzwischen zum Sachverhalt geäußert. "Der Turm gehört nicht in den Welterbekontext. Die Wismut als Ganzes ja, das konkrete Einzelobjekt jedoch nicht", so Geschäftsführer Steve Ittershagen. Finanzieren könne der Verein die Erhaltung des Gebäudes nicht. "Wir sind auch nicht dafür da, ein Objekt zu betreuen." Ähnlich hatte sich bereits die Wismut-Stiftung geäußert. Die Wismut signalisierte Bereitschaft, den Turm nicht abzureißen. Als Schauobjekt unterhalten könne sie ihn aber nicht.

Eine Chance, dass der weithin sichtbare Turm auf dem Toelleberg auch künftig von der Bergbauvergangenheit der Region kündet, besteht aber noch. Ittershagen kündigte an, demnächst alle Beteiligten an eine Art Runden Tisch zu bitten: Welterbeverein, Wismut, interessierte Bürger. "Die Erhaltung und Betreibung müsste aus der Bevölkerung kommen, zum Beispiel in Form eines Vereins. Wir könnten eine solche Initiative unterstützen, auch mit finanzieller Hilfe, etwa aus dem Kleinprojektefonds", sagt er.

Initiator Axel Schlenkrich hat von der Landesdirektion den Hinweis bekommen, die Angelegenheit durch das Landesdenkmalamt prüfen zu lassen. Nun soll die untere Denkmalbehörde beim Erzgebirgskreis den Denkmalwert des Schachtgebäudes prüfen. "Ich bin gespannt, was herauskommt", sagt Schlenkrich. "Ein bisschen Hoffnung habe ich . Sonst hätte ich diese Sache gar nicht angeschoben." (M. Ulbrich)

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