Mitarbeiter benötigen einen Fußballplatz

Auf einer Gesamtfläche von 7100 Quadratmetern soll sich das Erzgebirgs- Finanzamt in der Kreisstadt künftig erstrecken. Der Einzug ist für September 2021 geplant. Kann die neu zu wählende Landesregierung dem Vorhaben noch einen Strich durch die Rechnung machen?

Annaberg-Buchholz.

Was haben die Bundesligaspieler Arjen Robben und Thomas Müller mit den 400 Mitarbeitern des künftigen Groß-Finanzamtes Erzgebirge gemeinsam? Ihr Arbeitsplatz verfügt über die gleiche Größe. Während allerdings ein Thomas Müller die rund 7100 Quadratmeter große Spielfläche des Münchener Bundesligastadions mit nur 21 weiteren Kollegen teilen muss, heißt es für die Beschäftigten der Landesbehörde zusammenrücken. Denn auch das künftige Erzgebirgs-Finanzamt soll - aufgeteilt auf vier Gebäude - über eine Gesamtfläche von 7100 Quadratmetern verfügen. Rein rechnerisch wären das pro Mitarbeiter 17,75 Quadratmeter. Korridore, die Teeküche sowie Technikräume sind indes bei den 7100 Quadratmetern nicht berücksichtigt. Egal, im September 2021 soll Einzug gefeiert werden, erklärte Peter Voit, Niederlassungsleiter Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Mit dem Erzgebirgs-Finanzamt sollen die Standorte in den bisherigen Altkreisen Stollberg und Zschopau geschlossen werden. Schwarzenberg bildet eine Ausnahme, diesem Amt sollen Sonderaufgaben zugeteilt werden.

Eines der Objekte, die für das künftige Finanzamt genutzt werden, ist die Alte Post an der Klosterstraße. Ihr Umbau zum reinen Bürogebäude soll allein 8,5 Millionen Euro kosten und im Mai 2020 abgeschlossen sein, so Voit. Während die äußere Ansicht mit der Klinkerfassade weitestgehend erhalten bleibt, seien im Inneren erhebliche Eingriffe erforderlich. Als Beispiele nannte er die Erneuerung der Geschossdecken, Einbau eines Aufzuges sowie Brand- und Schallschutz.

Wenn die Alte Post fertiggestellt ist, sollen in das Gebäude übergangsweise alle bereits in der Kreisstadt tätigen Finanzamtsmitarbeiter einziehen, um in den Objekten Amtsgericht und jetziges Finanzamt Baufreiheit zu schaffen. Die werde benötigt, weil auch in diesen zwei Gebäuden umfangreiche Arbeiten anstehen. Diese umfassten den Einbau von Stahlbetondecken ebenso wie den eines Lifts. Die gesamte Haustechnik gelte es zu erneuern und auch die Fassade soll auf Vordermann gebracht werden, nannte Voit ein paar der geplanten Maßnahmen.

Schon im Mai kommenden Jahres soll mit dem zusätzlich benötigten Erweiterungsbau begonnen werden. Er soll zum Teil auf die vorhandenen Klostermauern gegründet werden und eine L-Form aufweisen - vom Gerichtsgebäude in Richtung Klosterstraße und dann parallel zu dieser in Richtung des jetzigen Finanzamtes verlaufen. Zwischen diesem Objekt und dem Neubau soll es einen Verbindungsbau geben sowie ein großes Tor, damit keine ungebetenen Gäste in den Innenhof gelangen können. Für die Errichtung des Neubaus, der wie auch die umliegenden Häuser ein Satteldach erhalten werde, seien zwei Jahre veranschlagt.

Einige Probleme gebe es zurzeit noch mit der Liegenschaft Gärtnerweg 1, auf der ein teils dreigeschossiges Parkhaus für die Mitarbeiter des künftigen Finanzamtes Erzgebirge entstehen soll. Diese Probleme heißen konkret Altbergbau, der dort in wesentlich größerem Umfang eine Rolle spiele, als ursprünglich angenommen. Geplant sind, mit dem Parkhaus 227 Stellflächen zu schaffen. "Diese sollten reichen, da erfahrungsgemäß viele Finanzamtsbedienstete auch Fahrgemeinschaften bildeten", so Voit.

Dass die Neuwahl der Landesregierung im nächsten Jahr Einfluss auf die Umsetzung des gut 30 Millionen Euro teuren Projektes haben könnte, davon geht der SIB-Niederlassungsleiter nicht aus. "Ich kenne kein Projekt, das begonnen, nach einer Wahl aber nicht zu Ende geführt wurde", sagte er. Baubeginn ist am Donnerstag.

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