Mitwirkende zelebrieren märchenhafte Pferdeweihnacht

Mehr als 20 Reiter des Pferdesportvereins Oelsnitz haben am Wochenende bei der Weihnachtsrevue das Stück "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" aufgeführt. Zwei Monate wurde geprobt.

Oelsnitz.

Ein rasanter Auftritt von Weihnachtsmann und Weihnachtsengel in der Ponykutsche bildete am Wochenende den traditionellen Auftakt zur Pferdeweihnacht des Pferdesportvereins Oelsnitz (PSV). PSV-Urgestein Horst Kretschmer begrüßte das Publikum zur Revue, die seit 14 Jahren zu den jährlichen Top-Höhepunkten beim Pferdesportverein gehört. Wie Kretschmer erzählte, präsentieren sich die PSV-Reiter seit fast 50 Jahren mit öffentlichen Auftritten bei lokalen Festen. Anfangs waren sie mit kleinen Darbietungen auf dem Sportplatz in Oberoelsnitz und auf dem Rossplatz zu erleben. Umfangreichere Darbietungen konnten später auf dem eigenen Reitplatz gezeigt werden. Doch erst durch die Errichtung der Reithalle im Jahr 2004 wurde auch dieses Fest in der Vorweihnachtszeit möglich.

Begonnen hat man damals mit einem kleinen Weihnachtsfest. Inzwischen hat sich die Veranstaltung zu einer Revue gemausert, in deren Mittelpunkt stets eine aufwendige Inszenierung steht. Bekannte Märchen von Schneewittchen bis Dornröschen standen in den letzten Jahren auf dem Programm. Diesmal gab es in der weihnachtlich geschmückten Halle erstmals die Neuauflage eines Stücks. Auf Wunsch des Publikums wurde zum zweiten Mal das Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" aufgeführt. Doch die von Jahr zu Jahr aufwändiger werdende Aufführung forderte Änderungen. 2013 hatte Horst Kretschmer als Erzähler durchs Programm geführt. "Er hat das allein und ohne Manuskript gemacht", so Vereinschefin Tanja Kretschmer.

2015 hatte sie erstmals ihren Opa durchs Programm begleitet. In diesem Jahr hat sie den Erzählpart nun gemeinsam mit Patrick Viehweger übernommen. Statt der von Altmeister Kretschmer kultivierten Spontanität gab es dabei aus gutem Grund ein genau festgelegtes Drehbuch, denn Tanja Kretschmer hatte das Stück deutlich überarbeitet und etliche Original-Dialoge aus dem bekannten Defa-Film eingebaut. Diese wurden den Mitwirkenden punktgenau in den Mund gelegt. "Die Abläufe sind schwieriger geworden. Für die Akteure ist das schauspielerisch eine Herausforderung", sagt Tanja Kretschmer.

Doch gerade das ist auch das Markenzeichen der Weihnachtsrevue: Im Gegensatz zum Reitfest im Herbst, bei dem der sportliche Aspekt im Mittelpunkt steht, geht es am Jahresende vor allem um die emotionale Darbietung mit hoher Publikumswirksamkeit. Dennoch kommt auch das Sportliche nicht zu kurz. Immerhin sitzen bei der Weihnachtsrevue erfahrene Turnier- und Freizeitreiter auf den Pferden. Deutlich wurde das bei Aschenbrödels heimlichen Ausritten, bei den Ausflügen des Prinzen und seiner Freunde oder bei der Vorstellung der Brautanwärterinnen bei Hofe. Im Drehbuch stehen Spring- und Dressurquadrille, doch den Schwierigkeitsgrad ihrer Darbietung legen die Reiter letztlich selbst fest. Besonders schön: Bei der Ballszene im Schloss durfte auch der Nachwuchs sein Können zeigen. Die jüngste Mitwirkende im Sattel war dabei die dreijährige Ella. Mehr als 20 Reiter habeninsgesamtmitgewirkt. Etwa zwei Monate wurde für die durch und durch gelungene Aufführung geprobt.

Während in den ersten Jahren vor 120 bis 150 Besuchern gespielt wurde, waren diesmal allein am Samstag rund 400 Besucher gekommen. Damit ist der Verein räumlich an seine Grenzen gestoßen. Obwohl vor der Tribüne noch ein Stück von der Halle für die Besucher abgeknapst wurde, war alles rappeldicht besetzt. Es ist ein Fest für die ganze Familie gewesen, und im Publikum sah man tatsächlich alle Generationen vom Baby bis zu den Großeltern. Der große Anteil an jungem Publikum spiegelt dabei letztlich auch den Verein selbst wider, denn unter den seit Jahren konstanten rund 120 Mitgliedern des PSV sind 60 Kinder.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...