Modernes Krippenspiel begeistert Spieler und Besucher

Die Weihnachtsfeiertage sind für viele vorüber. Doch die Lutherkirche hat am gestrigen Sonntag noch einmal das Krippenspiel gezeigt. Für die traditionelle Wiederholung gibt es gute Gründe.

Neuwürschnitz.

Mit rund 90 Besuchern war der Kirchsaal der Lutherkirche in Neuwürschnitz am Sonntag sehr gut gefüllt. Im Vergleich zum Heiligen Abend war es auch sehr komfortabel, denn einen Sitzplatz hat diesmal jeder gefunden. "Bis zu 170 Leute passen in den Kirchsaal", so Ulrike Stöcker. Doch bei dieser Zahl platzt der Raum aus allen Nähten. "Zum Heiligen Abend haben die Leute bis in den Vorraum gestanden", verdeutlicht Stöcker, die seit 30 Jahren die Krippenspiele der Gemeinde betreut.

Traditionell wird es entweder am letzten Wochenende des alten Jahres, oder am ersten des neuen Jahres wiederholt, um allen eine Chance zu geben. "Weihnachten ist ja noch nicht vorbei. Das Krippenspiel ist ein Höhepunkt des Kirchenjahres und ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit mit den Kindern", betont Stöcker mit Blick auf den diesjährigen Termin, den Vorabend von Epiphanias. Doch es gibt weitere Gründe zur Wiederholung. Insgesamt 20 Kinder zwischen vier und 14 Jahren haben in diesem Jahr das 45-minütige Stück "Vier Engel und ein Halleluja" einstudiert, und sie sind froh, dass sie das noch einmal aufführen dürfen. Mit dabei sind auch die 14-jährige Marylin-Tabea und ihre Schwester Lea-Sophie aus Lößnitz, obwohl beide gar nicht zur Kirchgemeinde gehören. "Wir haben einen Garten im Waldbad, deshalb sind wir oft hier", erklärt Mutti Annette Mohrmann und ergänzt: "Die Gemeinde macht immer so coole, moderne Stücke. Das ist so gut verpackt, dass man auch gern mal noch jemanden zur Aufführung einlädt. Heute sind von uns auch Bekannte aus Lößnitz, Schneeberg und Oelsnitz mit hier." Mit ihrer Begeisterung fürs Stück hält auch Marylin-Tabea nicht hinterm Berg: "Ich habe in den vergangenen Jahren schon verschiedene Rollen gespielt, darunter Balthasar und eine Hirtin. Das Schöne ist, dass ich dabei schauspielern kann und es hat auch noch einen tiefen Sinn."

Tatsächlich glänzte die Aufführung diesmal durch Witz und Aktualität. So war der von Marylin-Tabea verkörperte Engel Uriel absolut in der Neuzeit angekommen: Er hat das Smartphone trotz Handyverbot einfach nicht aus der Hand gelegt. Die Heiligen Drei Könige schauen mit Fernrohr nach dem neuen Stern, und auch die Texte waren alles andere als altbacken. So meinte der Engel Gabriel bei der Verkündigungsszene zum zögerlichen Joseph: "Der hat echt eine lange Leitung." Alle zwei Jahre sucht Ulrike Stöcker ein neues Stück aus. Doch eine feste Größe hat sich über die Jahre erhalten: "Zum Abschluss wird stets der Choral 'Freut euch von Herzen' gesungen", so Annette Mohrmann. Begleitet wurden Krippenspiel und Gemeindelieder am Keyboard von Kantorin Kathrin Lorenz-Schreier, die auch mit einem späteren Aufführungstermin kein Problem, hätte: "Der Weihnachtsfestkreis geht ja noch bis zur Lichtmess." Der gute Besuch zeigt: Auch das Publikum sieht das so.

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