Nach Hinweis zum Reifenstecher: Mann kassiert Belohnung

Ein Lichtensteiner hat der Polizei wohl den entscheidenden Tipp gegeben, der die Ermittler zu dem mutmaßlichen Serientäter geführt hat. Jetzt bekommt der Mann die versprochenen 3000 Euro.

Zwickau/Lichtenstein.

Die Polizei hatte nichts unversucht gelassen. Akribisch sammelte der ermittelnde Kripobeamte Marko Wolf jedes Detail, ging jeder noch so unbe- deutenden Spur nach. Auch eine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Reifenstechers von Lichtenstein führen sollten, setzte die Polizei aus. Immerhin waren das 3000 Euro.

Im September dieses Jahres schließlich hat die Kripo der zuständigen Polizeidirektion Zwickau im Fall der jahrelangen Reifenstecher-Serie einen 55-jährigen Tatverdächtigen aus Lichtenstein ermittelt - offenbar nach dem entscheidenden Hinweis eines Lichtensteiner Bürgers. Am Donnerstag dieser Woche teilte die Polizei auf Nachfrage der "Freien Presse" schließlich mit, dass in den nächsten Tagen die versprochene Belohnung in voller Höhe ausgezahlt wird. Polizeisprecher Christian Schünemann erklärte: "Der Hinweis war nicht der einzige Punkt, der uns zu dem Tatverdächtigen geführt hat. Aber er hat die Ermittlungen ein großes Stück vorangebracht."

Die Ermittlungen laufen nach wie vor weiter - und werden wohl auch noch eine Weile andauern. Immerhin ist es ein schwerer Fall: Der 55-jährigen Mann aus Lichtenstein steht in dringendem Verdacht, in den Jahren 2013 bis 2018 an insgesamt 273 Fahrzeugen Reifen zerstochen zu haben. Schaden: 33.000 Euro. Bisher schweigt er zu den Vorwürfen.

Immerhin: Die Polizei ist bereit, die Belohnung an den Lichtensteiner Hinweisgeber auszuzahlen, was wohl auch heißt, dass die Beweislast erdrückend ist und sich die Ermittler ziemlich sicher sind, dass es sich bei dem Verdächtigen auch um den Täter handelt.

Inzwischen hat die Polizeidirektion über 200 Geschädigte angeschrieben. Mit dem Schreiben wurden sie auf Möglichkeit hingewiesen, formell gegen den 55-Jährigen Strafanzeige zu erstatten. "Ich empfehle allen, die geschädigt wurden, das auch zu tun", hatte Staatsanwältin Ines Leonhardt im Oktober gesagt.

Um welchen Hinweis es sich konkret gehandelt hat, der die Ermittler zu dem mutmaßlichen Täter führte, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen. Fest steht: Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Kripobeamten belastendes Material. Aus dem Umfeld der Ermittler wurde zudem bekannt, wie die Polizei überhaupt erst auf den Mann gekommen sein soll. Der Hinweisgeber hat demnach im Umfeld des Krankenhauses, wo der Reifenstecher mehrmals aktiv war, eine Videokamera aufgestellt - diese filmte den Täter. Das Filmmaterial erhielt die Polizei.

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