Nächtliche Glanzpunkte für Stollberg

Unter dem Motto "Licht ins Dunkel" sollen künftig besonders schöne und markante Winkel in Stollberg in Szene gesetzt werden. Schon vor der Ideensuche hat man für das Projekt Profis ins Boot geholt.

Stollberg.

Die Beleuchtung von öffentlichen Straßen gehört zu den nicht ganz billigen Pflichtaufgaben von Städten und Gemeinden. Deshalb wird bei diesem Thema oft vorrangig über die Kosten gesprochen. In Stollberg sollen jetzt die ästhetischen Aspekte in den Mittelpunkt gerückt werden. Statt um reine Funktionalität soll es um die besonderen Effekte gehen, die mit guter Beleuchtung erzielt werden können. Nora Preuß erklärt: "Es werden Lieblingsorte gesucht, aber auch Stellen, an denen noch Verbesserungsbedarf besteht." Die 32-jährige Landschaftsarchitektin arbeitet seit Februar in der Stadtverwaltung und hat beim Lichtprojekt den Hut auf. Doch man hat sich auch vier externe Experten ins Boot geholt.

Beim Auftaktworkshop im Kulturbahnhof haben die Leipziger Lichtarchitekten Anke Augsburg und Markus Ruge die etwa 20 Teilnehmer mit der Vielfalt im Bereich der städtischen Beleuchtung vertraut gemacht. "Lichtdesign ist nicht an die Großartigkeit von Städten wie New York oder London gebunden. Das geht auch in kleinen Orten", so Ruge. Er verweist auf Fassadenbeleuchtung, Illuminieren von Denkmalen bis hin zu Vegetationsbeleuchtung und Lichtduschen.

Die Gegebenheiten in Stollberg wollen die Landschafts- und Stadtarchitekten Brigitta Wend (Halle) und Ernst Panse (Bautzen) nun mit den Stollberger Bürgern in den nächsten Wochen erkunden. Dazu wurden zunächst in fünf Gebiete festgelegt, die unterschiedliche Anforderungen mitbringen: Für Gäste der Stadt zum Beispiel ist der "Begrüßungsraum" wesentlich, dessen markante Eckpunkte Kulturbahnhof und Schlachthof bilden. "Wie schaffen wir es, dass die Leute in diesem Bereich nicht vorbeifahren, sondern in die Stadt kommen?" - das ist für Brigitta Wend die entscheidende Frage. Ganz andere Anforderungen haben der Handelsraum (Herrenstraße bis Postplatz), Bachraum (entlang der Gablenz), Schloßraum (Hoheneck und Schloßberg) und Parkraum (Park des Carl-von-Bach-Gymnasiums).

Für jeden dieser Schwerpunkte haben sich beim ersten Workshop bereits kleine Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit der Ausstrahlung ihrer jeweiligen Gebiete am Tag, vor allem aber in den Nachtstunden vertraut machen wollen. Dabei betont Ruge, dass der Eindruck bei Nacht sich vom Tag prinzipiell unterscheidet: "Bei Tage ist vieles gleichberechtigt. Nachts hebt man Dinge hervor. Man kann durch die Beleuchtung von der Ferne auf Dinge hinweisen oder Markierungen vornehmen. Man kann alles in Szene setzen, um dem nächtlichen Rundgang Würde zu verleihen."

Der jetzige Workshop bildet dabei den Anfang eines Projekts, das sich über einen längeren Zeitraum hinziehen soll. Bis zur nächsten Veranstaltung am 1. November, um 19 Uhr im Kulturbahnhof, sollen nun Ideen gesammelt werden. Nora Preuß: "Wir wollen nicht die Erwartungshaltung wecken, dass alles sofort umgesetzt wird. Das soll über Jahre reifen." Ein erstes Ergebnis soll es Anfang nächsten Jahres geben: Nach dem Ende der Weihnachtszeit mit ihrer traditionellen Beleuchtung soll eines der von Bürgern angeregten Projekte moderner Beleuchtung in Szene gesetzt werden.

Wer Interessse hat und sicham Lichtprojekt beteiligen möchte, kann sich bei der Projektverantwortlichen Nora Preuß melden: Ruf: 03929694251,

E-Mail: n.preuss@stollberg-erzgebirge.de.

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