Neue Ideen gegen Lärm am Südring

Um Anwohner besser zu schützen, wird ein gemeinsames Projekt mit der Uni diskutiert. Tempo 50 aber ist damit nicht vom Tisch.

Chemnitz.

Das hatten die Verantwortlichen sich sicher anders vorgestellt: Um den Lärm für Anwohner im Umfeld des Südrings zu mindern, wurde auf dem betreffendem Teilstück zwischen Helbersdorfer und Stollberger Straße vergangenes Jahr sogenannter Flüsterasphalt aufgebracht. Der Effekt hielt sich in Grenzen: Messungen im Auftrag von Wohnungsunternehmen ergaben, dass der Lärm im Vergleich zur Situation einige Jahre zuvor sogar teilweise zugenommen hat - in erster Linie wohl durch einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens auf dem vierspurigen Autobahnzubringer, der unter den verkehrsreichen Straßen der Stadt ganz vorn dabei ist.

Nun fordern Anwohner, die Großvermieter und auch erste Kommunalpolitiker weitere Maßnahmen. Das Rathaus prüft, ob in dem Bereich, wo derzeit Geschwindigkeiten von 70 Kilometern pro Stunde erlaubt sind, auch Tempo 50 rechtlich möglich wäre. Drei Anträge seien dazu bei der Verkehrsbehörde gestellt worden, erläutert ein Sprecher. Der einer Wohnungsbaugenossenschaft könne vorerst nicht weiter geprüft werden. Er beruht auf Lärmmessungen, die als Entscheidungsgrundlage nicht zulässig seien. Zwei weitere Anträge von Anwohnern der Paul-Bertz-Straße würden geprüft. "Das Umweltamt führt dazu Lärmberechnungen durch, um ermitteln zu können, welche konkrete Lärmbelastung an der Wohnung vorliegt", heißt es. Anhand dieser Ergebnisse erfolge dann die Beurteilung, ob sogenannte verkehrsrechtliche Maßnahmen in Betracht kommen können.

Sollte es zu Tempo 50 kommen, hätte dies nicht unerhebliche Folgen für den Verkehrsfluss und für täglich Zehntausende Autofahrer. So müsste die Koordinierung der betroffenen Ampeln angepasst werden, erläutert ein Rathaussprecher. "Im Abschnitt zwischen Helbersdorfer und Gewerbegebiet Winklhoferstraße ist eine Koordinierung wegen des großen Abstands der Ampeln nicht möglich."

Unterdessen gibt es bereits weitere Ideen, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte. Nach Informationen der "Freien Presse" ist in den kommenden Wochen ein Gespräch mit Vertretern der Chemnitzer Uni geplant, die sich mit innovativen Lärmschutz-Lösungen auf Basis von Beton beschäftigen. Denkbar sei es, den Südring für ein entsprechendes Forschungsprojekt zu nutzen. Dafür seien unter Umständen sogar Fördermittel zu erwarten.

Den Bau einer herkömmlichen Lärmschutzwand müsste die Stadt indes aus der eigenen Tasche bezahlen. Der Grund: Fördergeld für Lärmschutz gibt es in der Regel nur bei Neubauprojekten.

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