Neue Wache ist wichtig für Rettungsdienst im Zwönitztal

Bis Ostern werden Restarbeiten abgeschlossen sein. Ab 1. Mai soll das Deutsche Rote Kreuz von dort aus Einsätze fahren.

Thalheim.

Wo bald Kranken- und Rettungswagen stehen werden, waren am Dienstag noch Bierzeltgarnituren und Stehtische platziert. Der Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge (RZV) hatte Honoratioren und Anwohner zur Einweihung der neuen Rettungswache zu Speisen und Getränken eingeladen. Zwei gelbe Einsatzwagen in der Fahrzeughalle vermittelten den Gästen einen Eindruck, welchem Zweck der Neubau dienen wird. Mit diesem möchte der Verband die Orte Zwönitz, Thalheim, Auerbach und Gornsdorf besser abdecken. Bisher versorgen die Wachen in Burkhardtsdorf und Dorfchemnitz das Zwönitztal. Dazwischen liegt künftig Thalheim. Zusammen werden die drei Wachen laut RZV-Geschäftsführer Boris Altrichter ein Gebiet von fast 140 Quadratkilometern mit etwa 30.500 Einwohnern bedienen, so Altrichter. Dafür stehen künftig an diesem Standort fünf Fahrzeuge zur Verfügung: Ein Rettungswagen sieben Tage rund um die Uhr, tagsüber zwei Krankenwagen sowie zwei Reservefahrzeuge. Das sind ein Kranken- und ein Rettungswagen. Die Stadt Stollberg wird vor allem von der Rettungswache in Lugau aus angefahren. Der RZV fährt rund 11.000 Notfalleinsätze pro Jahr. Bei solchen Einsätzen müssen die Einsatzkräfte innerhalb von zwölf Minuten bei den Patienten sein.

Nachdem die offizielle Einweihung nun über die Bühne gegangen ist, stehen noch letzte Restarbeiten an. "Es sind noch Kleinigkeiten im Sanitärbereich zu erledigen und die PC- und Telefonanlage muss eingerichtet werden", sagt Altrichter. Das solle bis Ostern abgeschlossen sein. Spätestens zum Dienstbeginn am 1. Mai wird dann auch die Fassadengestaltung abgeschlossen sein.

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Die Kosten für die neue Rettungswache werden zurzeit mit etwas mehr als 1,8 Millionen Euro kalkuliert. Geplant waren ursprünglich rund 1,5 Millionen Euro. "Wichtig ist, dass wir eine flächendeckende Notfallversorgung gewährleisten können", sagt Verbandsvorsitzender Sven Schulze. Das sei gerade bei älter werdenden Menschen und abnehmender Ärzteversorgung wichtig. Der Standort an der B180 neben dem Netto-Markt sei dabei ein Kompromiss zwischen "wünschenswert" und "machbar"; definitiv ein wichtiges Puzzleteil. Denn: "Kurze Kilometer können im Erzgebirgskreis lange Zeiten sein", sagt Schulze.

Lang war auch der Zeitraum von ersten Überlegungen zu einer Rettungswache in Thalheim und der Einweihung. "Die Diskussion darüber ist älter als der Erzgebirgskreis selbst", erinnerte Landrat Frank Vogel an erste Gespräche im Jahr 1998. 2010 habe das Vorhaben langsam Gestalt angenommen und 2016 sei die Entscheidung zum Bau gefallen. Über viele Jahre sei eine Interimslösung gefahren worden, die durch die neue Wache nun abgelöst werde. Inklusive Rettungsdienstleiter wird das Deutsche Rote Kreuz als Leistungserbringer dort 18 Mitarbeiter beschäftigen.

Nico Dittmann, Bürgermeister von Thalheim, freut sich über den neuen Standortvorteil für die Drei-Tannen-Stadt: "Im Notfall kann der Rettungsdienst in drei bis vier Minuten bei unseren Bürgern sein." Bisher habe die Stadt versucht, Bedenken der Anwohner auszuräumen.

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