Neuer Heimatberg wird im sanierten Schnitzerheim gezeigt

Eine umfangreiche Ausstellung bietet Einblicke in die Vereins- arbeit der Hohndorfer Schnitzer und Klöppler. Zu sehen sind auch erste Ergebnisse des Projektes für die Restaurierung und Instandsetzung der mechanischen Heimatberge.

Hohndorf.

Sanierte Räume, ein völlig verändertes, großzügiges Ambiente und ein komplett neuer Heimatberg sind ab dem heutigen Samstag bei der Schnitz- und Klöppelausstellung im Schnitzerheim in Hohndorf zu sehen. Bis zur sprichwörtlich letzten Minute haben die Vereinsmitglieder an der Gestaltung der Schau gearbeitet.

Die Arbeit an ihrem größten, neuen Projekt hat für die Schnitzer bereits im Juli 2018 begonnen: Für das neue Domizil wurde seither ein komplett neuer Heimatberg aufgebaut. Auf rund zwölf Quadratmetern sind markante Hohndorfer Bauwerke und Plätze aus der Historie und Gegenwart dargestellt. Zu sehen sind unter anderem der Vereinigtfeld-Schacht mit seinem im Jahr 1973 gesprengten Förderturm und der 2005 eingeweihte Bergmannsplatz. Vor einem von Andrea Klein aufwändig gestalteten Hintergrundbild gibt es zahlreiche bewegte Figuren zu entdecken, darunter Spaziergänger, Männer beim Holzsägen und einen Biertrinker. "Die Mechanisierung soll noch weiter voranschreiten", versichert Bernd Steinert, der ehemalige Vereinschef und jetzige Leiter der Schnitzgruppe. "Einen solchen Berg schließt man nie endgültig ab", bestätigt der jetzige Vereinsvorsitzende Gunter Schmiedel. Der bisherige große Heimatberg hingegen ist diesmal nicht zu sehen, denn dieses, bislang zentrale Ausstellungsstück hat eine Generalüberholung nötig.

Für die derzeit rund 15 Vereinsmitglieder des Bereiches Schnitzen ist das eine Herausforderung. Auch finanziell. Deshalb sind sie froh, dass sie mit ihrem Projekt "Restaurierung und Instandsetzung der mechanischen Heimatberge" die Jury des Leader-Ideenwettbewerb "Unser Verein - stark für die Region" überzeugen konnten. Insgesamt 27 Projektideen waren im Jahr 2019 dazu eingegangen. Der Hohndorfer Verein gehörte zu insgesamt 15 Vereinen, die sich Anfang Dezember über je 2000 Euro Preisgeld aus diesem Fördertopf freuen konnten. Investiert wird das Geld in Material wie Lindenholz zum Schnitzen, Sperrholz für die Häuser des Heimatberges, Motoren für die beweglichen Teile und Farbe. "2000 Euro klingt erst einmal viel, aber bei dem Materialaufwand ist das schnell weg", so Steinert.

Die entstehenden Werke haben dafür aber oft auch eine lange Lebensdauer, und sie erweisen sich gelegentlich als künstlerisch besonders wertvolle Arbeiten. Auch das wird die jetzige Schau zeigen. So sind zwei lebensgroße Figuren zu sehen, die der Schnitzmeister Max Clauß in den 1930er-Jahren geschaffen hat. Beides sind Bergmänner. Einer davon wurde später in Bronze gegossen und steht seither auf dem Bergmannsplatz in Hohndorf. Auch eine innerhalb der Schau gezeigte, mehrere Jahrzehnte alte Großpyramide hat eine interessante Geschichte: Bis in die 1980er-Jahre wurde dieses farbig gestaltete Werk in der Adventszeit regelmäßig nach Leipzig gekarrt. Dort diente es als Bühnendekoration der DDR-Fernsehshow "Zwischen Frühstück und Gänsebraten" mit Margot Ebert und Heinz Quermann.

Neben den stilistisch vielfältigen Schnitzarbeiten spiegelt die Schau auch die vielseitige Arbeit der Klöpplerinnen wider. Als besonderen Hingucker haben die Frauen Gardinen für vier hohe Fenster geklöppelt. Entworfen hat diese Unikate Klöppelchefin Regine Siebdrath. Neben dem Vereinslogo sind die Themen Klöppeln, Schnitzen und Bergbau dargestellt. "In diesen Gardinen stecken etwa 2000 Stunden Arbeit", so Regine Siebdraht. Daneben zeigen die Klöpplerinnen mit klassischen und modernen Arbeiten aus verschiedenen Materialien die ganze Vielfalt des Handwerks. "Wir wollen zeigen, dass es uns gibt", umreißt Renate Ney das Hauptanliegen der Ausstellung - denn Nachwuchs ist bei den Klöpplern ebenso gern gesehen, wie bei den Schnitzern.

Für Bernd Steinert hat diese erste große Schau noch eine andere Bewandtnis: "Es gab im Ort durchaus Diskussionen um die große Investition ins Schnitzerheim. Diese Ausstellung ist auch ein Dank an alle, die uns unterstützt haben."

Die Schnitz- und Klöppelausstellung wird am heutigen Samstag, um 13 Uhr im Schnitzerheim in Hohndorf eröffnet. Zu sehen ist die Schau dann bis zum 1. März montags bis freitags in der Zeit von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 10 bis 19 Uhr.

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