Neuwieser Vereine müssen nach dem Sturm improvisieren

Das Unwetter hat das Soziokulturelle Zentrum arg beschädigt. Die Folgen sind immens. Die Hilfsbereitschaft auch. Wie geht es jetzt weiter?

Neuwürschnitz.

Die Sessionseröffnung des Neuwürschnitzer Carnevalsverein (NCV) fällt ersatzlos aus. Die Theatertage des Musikvereins Ende Oktober/Anfang November müssen in den Anker verlegt werden. Der Hutzenohmd am zweiten Advent steht auf der Kippe. Das Neuwürschnitzer Vereinsleben wird dieser Tage auf eine arge Probe gestellt. Ursache dafür ist Sturm Fabienne, der auch dem Soziokulturellen Zentrum in Neuwiese zugesetzt hat.

Bürgermeister Bernd Birkigt geht von einer Schadenssumme "im hohen sechsstelligen Bereich, eventuell sogar über einer Million Euro" aus. Der Sturm hat das Dach der Halle und des vorderen Gebäudes teilweise abgedeckt. Diese sind nun bis auf weiteres für Veranstaltungen und Vereinsleben gesperrt. Vom Dachschaden direkt betroffen sind der Proberaum von Lateriser und die Heimatstube. Während die Band, deren Instrumente unter dem Trockenbau verschüttet waren, in den ehemaligen Proberaum ausweichen können, liegt die Arbeit der Heimatstube brach. Dass die teilweise einzigartigen Exponate gerettet werden konnten, ist einer beherzten Aktion der Mitglieder des Vereins Freunde und Förderer der Kultur und Jugendarbeit in Neuwürschnitz (SKZ-Verein) zu verdanken. "Noch bevor die Feuerwehr anrückte und die Gebäude gesperrt hat, haben wir mit einer Menschenkette die Gegenstände aus dem Dachgeschoss in das Erdgeschoss transportiert", erinnert sich Jens Süß aus dem SKZ-Vorstand an den Sturmabend. Dort liegen die Dinge nun bis auf weiteres.

Ähnlich ist es dem NCV ergangen. Dessen Requisiten und Kostüme lagern ebenfalls im beschädigten Dachgeschoss. "Weil wir die Sachen schnell ausgelagert haben, ist nicht viel Schaden entstanden", sagt Vereinspräsidentin Beate Reißmann. Der Fundus ist nun an verschiedenen Orten deponiert. Die Stadt hat ihrerseits signalisiert, einen geeigneten Lagerort zur Verfügung zu stellen. Nicht zu retten ist allerdings die Sessionseröffnung. Ein halbes Jahr Probenarbeit ist damit erst einmal umsonst gewesen. "Wir hoffen auf den Februar", sagt Reißmann. Dann soll der jährliche Fasching gefeiert werden. Für den Verein ist das mehr als nur Gaudi. "Wir sind als Verein auf die Veranstaltungen angewiesen. Bei uns sind Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen", sagt Reißmann. Immerhin: In der kommenden Woche können die Proben übergangsweise im Sportlerheim weitergehen.

Auch der Musikverein muss improvisieren. Das Orchester probt übergangsweise in der Waldbadgastsstätte. Die Instrumente sind im Erdgeschoss des SKZ eingelagert und nicht vom Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden. "Das Hauptproblem sind Veranstaltungen, die nicht stattfinden können", bestätigt Beate Stahl vom Musikverein die Einschätzung von Beate Reißmann. Für den Musikverein haben die Oelsnitzer Blasmusikanten bereits Hilfe angekündigt. So wird das Orchester beim Oktoberfest der Blasmusik (21. Oktober in der Stadthalle Oelsnitz) auftreten, zudem soll ein vierstelliger Betrag an den Musikverein fließen. Auf Hilfe wird auch der Kinder- und Jugendclub angewiesen sein. Der komplette Außenbereich mit den Spielgeräten ist dem Sturm zum Opfer gefallen. "Wir erleben aktuell eine große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung", sagt SKZ-Vorstand Andreas Hofmann.

Die baulichen Schäden werden zurzeit begutachtet. Daher ist noch vieles in der Schwebe. "Die Zielsetzung ist, dass die Halle im Dezember wieder freigegeben werden kann", sagt Hofmann. Im vorderen Gebäudeteil steht zunächst die Dachsicherung an. "Mit der Instandsetzung werden wir frühestens im Frühjahr beginnen können." Dass die Halle wirklich im Dezember freigegeben wird, darauf hofft Beate Stahl: "Dann kann der Hutzenohmd doch stattfinden. Verlegen werden wir ihn definitiv nicht. Der gehört allein ins SKZ."


SKZ - das Haus der Vereine in Neuwürschnitz

Die Freunde und Förderer der Kultur und Jugendarbeit in Neuwürschnitz (SKZ-Verein) sind ein eingetragener Verein. Sie treten gegenüber der Stadt Oelsnitz als Hauptpächter des Soziokulturellen Zentrums auf. In dieser Funktion betreiben sie das Haus.

Im SKZ-Vereins sind weitere Vereine Mitglied, die die Gebäude nutzen: Neuwürschnitzer Carnevalsverein (NCV), Musikverein, Heimatstube, Kinder- und Jugendclub, Gartenverein und Männergesangsverein. Zudem probt die Band Lateriser im Haus. Somit sind mehrere hundert Vereinsmitglieder mit dem Haus verbunden.

Neben der Organisation sind eigene Veranstaltungen und Vermietungen Zweck des Vereins. (bjost)

Kontakt: skz-neuwiese@mail.de

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