Nicht nur Massa fasziniert die Besucher

Der Ziergeflügel- und Exotenzüchterverein Jahnsdorf hatte am Wochenende eingeladen. Die Schau in der Turnhalle war ein Jubiläum.

Jahnsdorf.

Beim Betreten der Turnhalle in Jahnsdorf fanden sich die Besucher am Wochenende in einer zwitschernden, manchmal auch kreischenden aber vor allem bunt gefiederten Welt wieder. Dafür hatten die 17 Mitglieder des örtlichen Ziergeflügel und Exotenzüchtervereines die zahlreichen Volieren und Käfige aufwendig geschmückt, herbstlich ausstaffiert und die sonst eher nüchterne und funktionale Halle in ein sehr ansprechendes Vogelparadies verwandelt. Zu sehen und zu hören, waren mehr als 250 Tiere in 67 Arten aus allen Kontinenten - gezüchtete von Vereinsmitgliedern. Die kleinsten Tiere sind mit neun Zentimeter die zu den Prachtfinken gehörenden Goldbrüstchen gewesen. Groß und prächtig präsentierten sich dagegen die Fasane.

Es ist die 20. Schau gewesen, die der Verein organisiert und durchgeführt hat. "Trotz Vogelgrippe und anderen Widrigkeiten ist bisher keine Ausstellung ausgefallen", berichtet Stephan Schönherr, seit der Gründung im Jahr 2000 Vorsitzender des Vereines. Etwa 40 Exoten wie tropische Stare, Alexandersittiche oder Unzertrennliche - eine Papageiengattung - gehören zum Bestand des Züchters. Unterstützt wird er von Sohn Philipp, der sich sehr für das Hobby seines Vaters interessiert und dem zwei Katharinasittiche gehören. "Ich würde mich freuen, wenn mir die Zucht gelingt. Aber ich weiß auch, dass das schwierig ist und viel Geduld dazugehört", so der 12-jährige Schüler.

Anlässlich des Jubiläums hatten die Züchter zwei Neuheiten für die Besucher vorbereitet. Zum einen flatterten im Obergeschoss in einer zehn mal fünf Meter großen, naturgetreu gestalteten, begehbaren Voliere 13 verschiedene Vogelarten durch den Raum. "Die Vögel hier wie auch überall in der Ausstellung sind völlig entspannt, haben überhaupt keine Berührungsängste", freut sich Vereinschef Stephan Schönherr.

Ein Anziehungspunkt zur 20. Ziergeflügel- und Exotenschau war zudem der Besuch von Falkner Klaus Richter, der die Wanderfalken-Dame Massa mitgebracht hat. Bereits mehr als 60 Jahre ist der Chemnitzer als Falkner aktiv. Seit 13 Jahren sei er mit dem 980 Gramm schweren Vogel "verheiratet". Er verbringt viel Zeit mit dem schnellsten Lebewesen auf der Erde, welches eine Geschwindigkeit von 400 Stundenkilometern erreichen kann. Klaus Richter hat eine besondere Beziehung zu Massa. "Sie ist zahm, aber ein Kuscheltier wird der Falke nicht", erklärt der Falkner. Um den Vogel bei Laune zu halten und als Anschauung für die zahlreichen Interessenten bekam der Falke Taubenflügel - seine Lieblingsspeise - gereicht. Nachdem ihr die Lederhaube abgenommen wurde, entfernte Falken-Dame Massa mit dem Schnabel akkurat die Federn und ließ sich dann das Fleisch schmecken. "Der Falke weiß genau, wird die Haube entfernt, gibt was zu fressen", erklärt der 80-Jährige. Verhaubt fährt der Falke sogar völlig unaufgeregt im Auto mit. "Es sind faszinierende Tiere, ich freue mich, dass sich der Bestand erholt hat. In Chemnitz brüten zum Beispiel zwei Paare. Dort schlüpfen regelmäßig Jungvögel."

Zu den Mutigen, die Massa, geschützt durch einen dicken Handschuh, einmal auf die Hand nahmen, gehörte Lenox. "Es ist ein cooles Gefühl, fühlt sich eigentlich leicht an", verrät der Siebenjährige. "Aber Raubvögel, die beim Opa die Hühner wegklauen, die mag ich gar nicht."

Einen Stanleysittich hat Bernd Rajemann auf der Schau gekauft. Damit möchte er seinen Bestand erweitern. "Ein großes Lob an den Verein. Es findet sich doch leider kaum noch jemand, der freiwillig so viel Arbeit übernimmt."

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