Niederdorf kauft einen der letzten Schandflecken im Ort

Auf dem Grundstück sollen mittelfristig Wohnungen entstehen. Zunächst muss das marode Gebäude abgerissen werden.

Niederdorf.

Was einst die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) der Tischler in Niederdorf war, geht demnächst in den Besitz der Gemeinde über. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat gefasst. Das fast 1650 Quadratmeter große Grundstück an der August-Bebel-Straße wird von einer Vermögensverwaltung in Wiesbaden für 55.000 Euro veräußert. "Ich verhandele schon seit drei Jahren. Dass der Kauf jetzt möglich ist, kommt trotzdem überraschend", sagt Bürgermeister Stephan Weinrich (CDU).

Überraschend, aber nicht ungelegen. Denn die Gemeinde Niederdorf hat nicht sonderlich viel Land in ihrem Besitz. Das schränkt die Entwicklung sowohl im gewerblichen als auch im Wohnbereich ein. So gibt es Unternehmen, die Niederdorf verlassen, weil sie am Standort nicht expandieren können. "Und wir brauchen Wohnraum, den sich der Bäcker, die Friseurin oder der Arbeiter leisten kann", sagt Weinrich. Ihm schweben Vier-Raum-Wohnungen vor, die zu einem Mietpreis um die 5,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden können. "Das macht aber kein Investor, die vermieten für 6,50 bis 7,50Euro", ist sich Weinrich sicher. Das sei zu viel für die angestrebte Zielgruppe. Man müsse also prüfen, ob und wie der Wohnraum kommunal geschaffen werden könne. Das allerdings ist der zweite Schritt. Zunächst gilt es, den Kauf abzuschließen und die auf dem Areal befindliche Immobilie abzureißen. Der marode Zustand lässt eine Sanierung zu vertretbaren Kosten nicht zu. "Das Objekt ist einer der letzten Schandflecken im Dorf", sagt Weinrich. Für die Finanzierung hofft er auf ein Förderprogramm des Bundes. Dieses unterstützt Abrisse von Brachen ohne Bindefrist für den Fall, dass auf den Flächen Wohnungen entstehen. "Bisher ist das Programm nur für Städte vorgesehen. Aber noch ist die Sache in Verhandlung", weiß Weinrich.

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