Niederwürschnitz plant kleines Wohngebiet

Die Gemeinde will einen älteren Bebauungsplan aktivieren und Land an einen Investor verkaufen. Das Vorhaben wird mehrere Hunderttausend Euro in die Kasse spülen - und junge Leute im Ort halten oder anziehen.

Niederwürschnitz.

Die Gemeinde Niederwürschnitz holt ein schon älteres Projekt aus der Schublade und will es nun, in veränderter Form, realisieren: An der Hohensteiner Straße (B 180) soll ein kleines Wohnbaugebiet entstehen. Der Gemeinderat hat zugestimmt, die entsprechenden gemeindeeigenen Flurstücke mit einer Gesamtgröße von rund 11.700 Quadratmeter an einen Investor zu verkaufen.

Nun ist es an Bürgermeister Matthias Anton, das Areal zum Verkauf anzubieten - wobei er noch das Ergebnis eines in Auftrag gegebenen Gutachten abwarten muss. Anton geht von einem Verkehrswert zwischen 300.000 und 400.000 Euro aus.

Geplant sei, das komplette Areal an den Interessenten zu verkaufen, der das höchste Angebot macht. Das Mindestgebot wird dem Verkehrswert entsprechen. Der Käufer müsste dann auf eigene Kosten noch Baurecht im hinteren Bereich des Areals schaffen, das als Bauerwartungsland ausgewiesen wird. Denn einst waren lediglich sechs Baugrundstücke entlang der Straße geplant, nun sollen es dahinter weitere zehn bis zwölf werden, weil mehr Land als einst geplant verkauft wird, erklärt der Bürgermeister.

Der Bedarf an Baugrundstücken sei in jedem Fall da, sagt Anton. "Es fragen immer wieder junge Leute deshalb an." Sowohl aus Niederwürschnitz selbst komme Interesse, aber auch von Auswärtigen. Neben der Tatsache, dass junge Familien im Ort gehalten und zugleich weitere in den Ort geholt werden, tut der Gemeindekasse auch die Einnahme aus dem Verkauf gut. Wobei Anton die finanzielle Situation inzwischen als "entkrampft" bezeichnet. Man müsse seit Mai 2020 keinen Kassenkredit mehr in Anspruch nehmen. Das war insbesondere wegen einer Gewerbesteuerrückzahlung - inklusive Zinsen gut 600.000 Euro - notwendig geworden. Inzwischen habe man einen positiven Kassenbestand von rund 300.000 Euro, der als Rücklage liegen bleibt. "Gerade in Coronazeiten ist das wichtig, wir werden auch die Einnahmen aus der Einkommens- und Gewerbesteuer vorsichtig planen", sagt Anton. Systematisch hat Niederwürschnitz auch die Pro-Kopf-Verschuldung senken können. Lag sie 2017 noch bei 1360,37 Euro, so waren es Ende vergangene Jahres 1269,64 Euro. Wobei die Tilgung von insgesamt knapp 402.300 Euro seit 2017 durch die zugleich sinkende Einwohnerzahl bei der Pro-Kopf-Verschuldung nicht adäquat zum Tragen kommt, betont Annette Barthel,die kaufmännische Betriebsleiterin.

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