Noch einmal Kunst im Alten Rathaus

Eine Ausstellung mit Werken von Gudrun Höritzsch wird ab Freitag in der Galerie in Meinersdorf eröffnet. Nach dieser Schau soll der Kunstverein in seine neuen Räume im Gemeinschaftszentrum umziehen.

Meinersdorf.

Seit 16 Jahren betreibt der Kunstverein "burk-art" seine Galerie im Alten Rathaus von Meinersdorf. Bald bekommt er neue Räume im neuen Gemeinschaftszentrum in der ehemaligen Grundschule von Meinersdorf. Im August wird das Haus feierlich eröffnet. Bis es soweit ist, wird noch einmal eine beeindruckende Schau gezeigt. Das könnte ein würdiger Abschluss sein, doch noch scheint unklar, ob der Umzug tatsächlich wie geplant funktioniert.

Etwa 30 Werke von Gudrun Höritzsch sind ab dem morgigen Freitag in der kleinen Galerie mit dem besonderen Kabinett-Charakter zu sehen. Großformatig sind sie und von einer intensiven Farbigkeit. Unter dem Titel "Crux" zeigt die Grafikerin und Malerin aus Wilischthal Arbeiten aus den letzten sechs Jahren.


Reine Grafiken sind nicht zu sehen, obwohl Gudrun Höritzsch bekennt: "Ich komme von der Grafik." Doch seit etwa 20 Jahren arbeitet sie immer wieder intensiv mit einer Kombination aus Grafik und Malerei. Dabei gestaltet sie mit grafischen Elementen zunächst das Gerüst des Bildes, danach wird die strenge Form durch die zeichnerische und malerische Komponente aufgebrochen. Manchmal bleiben die grafischen Fragmente sehr deutlich erhalten, manchmal lösen sie sich scheinbar nahezu auf. Doch immer ist dieses Balancieren zwischen formaler Strenge und fein eingewebter Leichtigkeit ,verbunden mit einer emotional berührenden Farbigkeit.

Die Titel geben zumeist nur einen vagen Hinweis, und doch erkennt der Betrachter etwas durchaus Konkretes. So ist das 2019 entstandene Werk "Schieflage", eine Mischtechnik aus Holzschnittcollage und Öl, offenkundig eine Landschaft. Unwillkürlich denkt man an den Braunkohletagebau und die durch ihn entstandene Seenlandschaften, obwohl das so unmittelbar nicht zu sehen ist. "Die Natur ist immer auch Veränderung. Sie wird von mir zusammengestückelt und neu kreiert", beschreibt Gudrun Höritzsch ihre Form des Umgangs mit dieser sich verändernden Landschaft. Titel wie "Im Galopp ins Seichte" (2015), "Grenzland" (2016) oder "Besitz (2018) lassen ahnen, dass es ihr immer auch um das Hier und Jetzt, um gesellschaftliche Zustände und menschliche Konflikte geht. Gezeigt werden Malerei und verschiedene Mischtechniken. Reine Grafiken allerdings sind nur auf zwei Grafikleuchten zu sehen, bei denen deutlich wird, auf welch überraschend andere Art eine hinterleuchtete Grafik wirkt.

Galeristin Sylvia Käppler freut sich, dass mit Gudrun Höritzsch noch einmal eine hochkarätige Künstlerin gewonnen werden konnte. Wie es nun weitergeht, ist indes noch unklar: "Wir wissen noch nicht, wie wir es schaffen sollen, die Galerieschienen in den neuen Räumen anzubringen. Unter unseren zehn Vereinsmitgliedern haben wir derzeit nur noch einen einzigen Mann." Deshalb hofft Sylvia Käppler auf Unterstützung durch die Gemeinde. Und auf neue, jüngere Leute, die sich im Kunstverein engagieren. Sollte der Umzug nicht rechtzeitig gelingen, hofft der Verein, dass die bisherigen Räume noch bis Jahresende genutzt werden können, denn für Oktober ist die dritte Ausstellung dieses Jahres geplant. Gezeigt werden dann Werke des Chemnitzer Künstlers Christian Lang.

Die Ausstellung "Crux" wird am morgigen Freitag, 19.30 Uhr in der Galerie im Alten Rathaus Meinersdorf eröffnet. Die Schau ist bis zum 28. August zu sehen. Geöffnet ist mittwochs von 17 bis 19 Uhr oder nach persönlicher Vereinbarung unter den Telefonnummern 03721 38593 beziehungsweise 0157 34628552.

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