Noch wird geschwitzt - doch bald kann die Rasselbande toben

Matschstrecke, Niedrigseilgarten und Blühwiese: Der Außenbereich der Meinersdorfer Kita wird umgestaltet. Zahlreiche Eltern bringen sich tatkräftig ein. Doch das ist noch nicht das Ende der Arbeiten.

Meinersdorf.

Es ist 20 Grad, etwas schwül, Wolken verdecken die Sonne. Keine schlechten Bedingungen für einen Arbeitseinsatz. Sylvia Hähle trägt ein großes Holzgestell mit Drahtnetz unter die Bäume auf dem Außengelände der Kita Rasselbande in Meinersdorf. Beherzt greift sie zum Spaten und schleudert ausgeschachtete Erde gegen die Konstruktion. Der Boden ist zu steinig und muss gesiebt werden. Später wird die feine Erde als Fallschutz für den Kletterbereich gebraucht. Knapp 15 Eltern haben sich dieser Tage zum dritten Arbeitseinsatz angemeldet und Hand angelegt im zweiten Bauabschnitt.

Der Kletterparcours wird verschiedene Elemente verbinden. Geplant sind eine Balancierstrecke durch den Kita-Wald, Seilstrecken, Hängebrücke, Hangelstrecke und eine Tarzanschaukel. Auch eine je zwei Meter große, dreieckige Netzhängematte wird installiert. Allein der Holzeinsatz kostet 12.500 Euro. Die Eltern helfen Carlo Wohlfahrt von der Firma Crea Wald bei den Vorarbeiten. "Wir werden später nacharbeiten", sagt Wohlfahrt. Derweil knattert im Hintergrund eine Motorsäge, und zwei Väter binden lange, geschälte Stämme auf eine Schubkarre und transportieren sie ab. Ehe das neue Gelände am 5. Juli offiziell eingeweiht wird, steht noch ein Arbeitseinsatz auf dem Plan.


David Heinrich (31) ist einer derjenigen Eltern, die die Ärmel hochgekrempelt haben. "Ich bin das erste Mal auf einem Arbeitseinsatz", sagt er. "Ich habe extra meine Schicht getauscht. Ich mache das den Kindern zuliebe." Zwei seiner Sprößlinge sind bereits Teil der Rasselbande, das dritte Kind wird ab Oktober die Kita besuchen. David Heinrich war beim Arbeitseinsatz unter anderem am Bau des Niedrigseilgartens beteiligt. Die installierten Elemente werden alle so bodennah wie möglich aufgebaut. So ist sichergestellt, dass sich die Kinder bei Stürzen nicht allzu sehr wehtun.

Bereits zwei Mal haben Eltern im vergangenen Jahr freiwillig mit angepackt und die Pflanzen für die Blühwiese gesät. Die steht nun in voller Pracht. Lediglich das Gehölz versteckt sich unter den Blüten und muss noch wachsen. "Die Blühwiese ist jetzt schon ein Selbstläufer. Die Kinder jäten das Unkraut und gießen die Pflanzen bei Trockenheit", sagt Erzieherin Sylvie Hähle. Eine Gruppe hat zudem ein Bienen-Projekt gestartet. Die Blühwiese wird noch erweitert und im oberen Teil werden Büsche gepflanzt. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich die Matschstrecke. Auch sie ist Teil des Umbaus des Außengeländes. Dort können die Kinder Wasser aus einem Brunnen pumpen und nach Herzenslust Dämme bauen oder Wasserstopper betätigen. "Nebenbei erklären wir den Kindern naturwissenschaftliche Sachen oder beobachten, wann das Wasser versickert und wie viel sie pumpen müssen, dass es den gesamten Hang herab fließt", erläutert Hähle. Bedenken, dass der Reiz der Matschstrecke irgendwann abflauen könnte, hat sie nicht. "Vielleicht können wir zu gegebener Zeit ein richtiges Wasserprojekt starten", blickt sie voraus.

In die jetzt umgesetzte Gestaltung des Außenbereichs waren die Kinder eingebunden, ehe Silke Kaden auf Grundlage dieser Ideen die Planung präzisiert hat. Insgesamt rechnet die Kita-Leiterin mit Kosten in Höhe von 48.000 Euro, die größtenteils durch Spenden gedeckt worden sind. Künftig soll der Außenbereich noch um ein Baumhaus und eine Waldwerkstatt ergänzt werden. Doch wenn die ersten beiden Bauabschnitte abgeschlossen sind, wird der Ausbau des rund 2100 Quadratmeter großen Geländes erst einmal unterbrochen. "Vielleicht greifen wir übernächstes Jahr wieder an", stellt Hähle in Aussicht. "Zurzeit ist Rock'n'Roll hier", räumt sie mit Blick auf den laufenden Kitabetrieb ein.

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