Oelsnitz bekommt Preis für den Bürgerpark

Erstmals vergibt die Karl-Foerster-Stiftung diese Auszeichnung an eine frühere Gartenschaustadt. Dort fühlt man sich geehrt.

Oelsnitz.

Genau vier Jahre nach der Landesgartenschau in Oelsnitz wird der Stadt eine Ehrung zuteil, die dem damaligen Ereignis zu verdanken ist. Sie erhält Mitte Mai den Karl-Foerster-Preis der gleichnamigen Stiftung für angewandte Vegetationskunde. Der Preis wird seit 1991 vergeben - zunächst in unregelmäßigen Abständen, dann etwa alle zwei Jahre. Wie der Oelsnitzer Bürgermeister Bernd Birkigt sagte, habe ihn die Ankündigung gleichermaßen überrascht und erfreut.

Bereits im vergangenen Jahr seien zweimal Mitglieder des Stiftungskuratoriums in Oelsnitz gewesen und hätten sich den Bürger- und Familienpark angeschaut. "Beim ersten Besuch haben sie sich nicht zu erkennen gegeben, waren quasi inkognito da. Erst bei der zweiten Visite habe er von den Absichten der Tester erfahren. Ihnen sei vor allem die nachhaltige Wirkung wichtig gewesen, die von dem Areal heute ausgeht. Mit dem Preis sei keine materielle Zuwendung verbunden, "aber wir betrachten das schon als eine ganz besondere Ehre".


Karl Foerster, 1874 in Berlin geboren, gilt als bedeutender deutscher Gärtner, Staudenzüchter, Gartenpublizist und -philosoph. Er absolvierte eine Gartenlehre und wurde laut Wikipedia an der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam ausgebildet. 1903 gründete er auf dem elterlichen Grundbesitz in Berlin-Westend eine Staudengärtnerei. Nachdem er 1910 nach Bornim bei Potsdam umgesiedelt war, verwandelte er dort eine etwa 5000 Quadratmeter große Ackerfläche in eine Gartenanlage, die später mehrfach umgestaltet und 2001 anlässlich der Bundesgartenschau restauriert und rekonstruiert wurde.

Zu DDR-Zeiten war Foersters Betrieb zunächst eine der wenigen privaten Staudengärtnereien des Landes. 1972 wurde sie verstaatlicht und als "Volkseigenes Gut Bornimer Staudenkulturen" weitergeführt. Zwei Jahre zuvor war Förster verstorben. Die nach ihm benannte Stiftung wurde 1965 von dem Landschaftsarchitekten Hermann Mattern und einem Freundeskreis als Geschenk für Foerster zu dessen 91. Geburtstag ins Leben gerufen. Eine Kuratorium entscheidet über die Preisvergabe für nachhaltige gärtnerische Flächenkonzepte. Zuletzt wurde mit dem Preis 2017 erstmals ein Unternehmen in Baden-Württemberg bedacht: für die gärtnerische Gestaltung seiner Außenanlagen in einem Industriebetrieb.

Mehr darüber, wie Oelsnitz und Reichenbach von den Landesgartenschauen bis heute profitieren, lesen Sie auf Seite 3.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...