Oelsnitzer Sole vorerst kein Thema für Gradierwerk

Noch ist zuwenig über das Grubenwasser im Revier bekannt. Es gibt Prognosen, aber keine belastbaren Daten.

Oelsnitz.

Das Vorhaben, Oelsnitzer Grubenwasser für das Gradierwerk im Bürger- und Familienpark zu nutzen, wird weiter verfolgt. Allerdings braucht das Projekt Zeit. "Es wird definitiv nicht kurzfristig, sondern eher mittelfristig akut", räumt der Oelsnitzer Beigeordnete Jens Barnickel ein. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist nicht klar, ob die bestehende Grundwasserentnahmestelle technisch wirklich in der Lage ist, sowohl notwendige Messungen durchzuführen als auch parallel Wasser für das Gradierwerk zu fördern. "Das wird aktuell untersucht", sagt Barnickel. Doch selbst wenn es diesbezüglich keine technische Probleme geben sollte, ist zunächst nur eine Revitalisierung der Bohrung möglich. Die notwendige Wasseraufbereitungsanlage müsste laut Barnickel in einem Folgeprojekt angeschafft werden. Sollte die Bohrung für die doppelte Nutzung nicht geeignet sein, wird die eigene Oelsnitzer Sole nicht wirtschaftlich nutzbar sein. "Eine Bohrung kostet circa eine Million Euro und ist immer mit allerlei Unwägbarkeiten verbunden", begründet Jens Barnickel.

Für die Nutzung des Gradierwerkes hätte das allerdings keine direkten Auswirkungen. Denn schon jetzt wird Sole zugekauft. "Das ist eine zertifizierte Flüssigkeit, die dem Wohlempfinden der Gradierwerknutzer keinen Abbruch tut", sagt Bürgermeister Bernd Birkigt. Das Prozedere habe sich zudem mittlerweile reibungslos eingespielt. Unklar hingegen ist die Beschaffenheit der Oelsnitzer Sole. "Wir wissen, dass das Wasser salzig ist, der Salzgehalt ist aber nicht abgesichert", sagt Birkigt. Das liege daran, dass bisher nicht belastbar geklärt sei, wie unterirdischen Wasserströme verlaufen. Daher stehen ältere Studien zur Beschaffenheit des Wassers derzeit empirisch wieder auf wackeligen Füßen.

Hintergrund: Der Karl-Liebknecht-Schacht ist 1971 geschlossen worden. Seither steigt das Grubenwasser. Das hatte die Idee geboren, es gegebenenfalls als Sole für das Gradierwerk zu nutzen, sobald die Gewinnung wirtschaftlich machbar ist. Mangan und Eisen müssten aus dem Grubenwasser entfernt werden, allerdings beeinträchtigt das nicht die Qualität, so das Ergebnis einer älteren Studie. Diese hatte auch die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung attestiert. Die Grubenwassertemperatur betrage zwischen 25 und 27 Grad und sei damit für Wärme- und Energiegewinnung, geeignet.

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