Oelsnitzer Unternehmen setzt auf die Kraft der Sonne

Für Heizung und Warmwasser ist die Energie solarer Strahlung schon einige Jahre zuständig, nun stellt die Mewa auch beim Strom auf Eigenversorgung um. Und was haben Schafe mit der Firmenphilosophie zu tun?

Oelsnitz.

Das Oelsnitzer Unternehmen Metallwaren- und Elektromaschinenbau GmbH (Mewa) setzt auf energetische Eigenversorgung: Ab kommendem Monat soll der Strom zu 70 Prozent selbst produziert werden. Möglich macht das eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Unternehmens am Turleyring - von der Planung bis zur Ausführung durch die Mewa selbst realisiert. Kosten: etwa 30.000 Euro. In diesen Tagen soll die Anlage fertiggestellt werden. Die installierte elektrische Leistung liegt bei knapp 60Kilowatt.

Damit setzt das 1994 gegründete Unternehmen einen weiteren Baustein seiner Firmenphilosophie um: sich mittels erneuerbarer Energien zum Selbstversorger zu machen. Zugleich zeigt die Mewa, was mit Solarenergie möglich ist. Denn sie stellt nicht nur Erzeugnisse für die Bereiche Metallbau für Verkehrsleittechnik, Parktechnik, Sanitärtechnik und Stadtmöblierung her, vor knapp zehn Jahren hat sich das Unternehmen mit einer eigens geschaffenen Abteilung auch den erneuerbaren Energien und der Solartechnik zugewandt. "Es ist wichtig, dass wir vormachen, was möglich ist. Im Sinne der Umwelt, aber auch kaufmännisch sinnvoll", so die Überzeugung von Mewa-Geschäftsführer René Fiedler.

Knapp 300 Quadratmeter Dachfläche nehmen die 160 Solarmodule ein, damit hat die Mewa Luft nach oben, sagt Fiedler. "Die Anlage ist auf unseren Strombedarf zugeschnitten, kann aber erweitert werden." Die Kurven von Stromerzeugung und -verbrauch seien im Falle der Mewa weitestgehend deckungsgleich, denn man arbeite tagsüber, also bei Tageslicht. Bei Firmen mit Dreischichtbetrieb falle die Einsparung entsprechend geringer aus, liege bei 40 bis 45 Prozent, erklärt er.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist Schritt Nummer zwei. Bereits seit acht Jahren nutzt das Unternehmen, bei dem rund 30 Mitarbeiter in Lohn und Brot stehen, selbst installierte solare Wärme und hat so laut Fiedler die Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung um 40 Prozent gesenkt. Diese Nutzung von Sonnenenergie hätten viele immer noch nicht auf dem Schirm, sagt der Mewa-Geschäftsführer. "Bei Solar denken sie zuerst an Strom." Aber die Sonnenergie lasse sich eben nicht nur zur Stromgewinnung nutzen, man kann mit ihr auch kühlen oder heizen, was dann der Bereich Solarthermie ist.

15.000Euro habe die Mewa in ihre Solarthermieanlage investiert, eine Ausgabe, die sich längst amortisiert hat - nach etwa vier Jahren, sagt er. Bei der Photovoltaikanlage rechnet Fiedler mit vier bis fünf Jahren Amortisationszeit, die Betriebsdauer liege "bei 25 Jahren plus x".

René Fiedler denkt grün, nicht nur was die Selbstversorgung mit erneuerbarer Energie betrifft. Auch lange Anfahrtswege bei der Beschaffung versucht er zu verhindern. "Wir arbeiten vorrangig mit sächsischen Herstellern zusammen, gerade im Bereich Solar", sagt er.

Der nächste Schritt des Unternehmens: die Anschaffung von Elektroautos, sowohl Transporter als auch Pkw. Das erste Fahrzeug werde schon demnächst auf dem Hof stehen - und natürlich mit Strom vom Firmendach geladen. Denn, so Fiedler: "Wie sinnvoll ist ein E-Auto, wenn ich den CO2-Ausstoß vom Auspuff auf den Schornstein vom Kraftwerk verlagere?" Heißt: Es nützt der Umwelt nichts, wenn die Batterie des Elektroautos mit Strom gespeist wird, der letztendlich aus einem Braunkohlekraftwerk stammt. Wenn E-Auto, dann müsse es auch mit erneuerbaren Energien, also mit Strom aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft betrieben werden.

Auch privat lebt der Firmenchef seine Überzeugung. Er hat in Oelsnitz ein Mehrfamilienhaus Baujahr 1912 saniert und auf Solar umgerüstet. Die Heizkosten habe er so ohne zusätzliche Dämmung um 70 Prozent reduziert, die für den Strom um etwa 55 Prozent. Was viele nicht wüssten: Die Förderung einer energetischen Investition sei für einen Vermieter höher als bei Eigenbedarf. Auch das Rasenmähen hat Fiedler sowohl daheim als auch auf dem Firmengelände umgestellt. Nicht auf Solarenergie, sondern, wie er sie nennt, auf "biologische Rasenroboter": Auf den Grundstücken grasen je zwei Schafe.

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