Pantoffeln laufen wieder gut

Bei einem Hersteller von Hausschuhen in Heinrichsort geht es wieder aufwärts. Auch das Wetter trug dazu bei.

Heinrichsort.

Viele haben die klirrende Kälte der letzten Wochen verflucht. Manche waren happy. Wie die Wintersportler zum Beispiel - oder Jens Müller, Chef der kleinen Pantoffel-Werkstatt in Heinrichsort. Bei den niedrigen Temperaturen haben viele kurzfristig zum Telefonhörer gegriffen oder im Internet bestellt, berichtet Jens Müller (50).

"Das hat den Umsatz wieder etwas angekurbelt. " Denn hinter dem Unternehmen - Firmeninhaber Müller hat eine einzige Mitarbeiterin - liegen schwere Monate. Den meisten Umsatz macht die Pantoffel-Werkstatt eigentlich vor der Weihnachtszeit. Doch im vergangenen Jahr war große Flaute angesagt. Die Schuhverkäufer mussten ihre Läden wegen Corona dichtmachen - so bekam Jens Müller auch seine bunten oder herkömmlichen Pantoffeln nicht los. Dazu kam, dass die Hotels zu hatten. Hotels gehörten in der Vergangenheit zu den Großabnehmern. Müller: "Wir haben die schwierige Situation aber so akzeptiert wie sie ist." Und als Chance entdeckt.

"Wir haben endlich einen Online-Handel aufgebaut. Wenn ich mal ganz ehrlich bin, hätten wir das natürlich schon viel früher machen müssen", gesteht Müller ein. Aber offenbar war die Umstellung nicht zu spät. Der Online-Handel ist gut in die Gänge gekommen. Die Tochter von Jens Müller, die das Gymnasium besucht, rührt in den sozialen Netzwerken die Werbetrommel. So konnte die Mini-Firma die Umsatzeinbußen etwas kompensieren.

Die Firma hat Tradition - und stellt die Pantoffel immer noch sehr her wie vor 50 Jahren. Offiziell heißt die Firma Helmut Dietrich Hausschuhfabrikation. Helmut Dietrich war der Opa von Jens Müller, der den Betrieb 1942 gegründet hat. In guten Jahren haben hier zehn Leute bis zu 20.000 Stück produziert. Heute sind es noch 6000. Die Hausschuhe sind moderner als früher, oft mit kleinen Raffinessen. "Ich empfinde die Arbeit hier nicht wirklich als Arbeit. Sie bereitet mir große Freude", sagt Müller am Ende des Gesprächs. Vielleicht ist das ja sein Erfolgsrezept ...

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