Phänomenia im Schloss Hoheneck greift nach den Sternen

Vor sechs Monaten öffnete die interaktive Schau rund um naturwissenschaftliche Phänomene in Stollberg. Die Resonanz übersteigt die Erwartungen. Die Betreiber haben schon das nächste Eisen im Feuer.

Stollberg.

Ein halbes Jahr nach Eröffnung der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia im ehemaligen Frauengefängnis Schloss Hoheneck in Stollberg kündigt die Chefin Doris Bradler ein neues Projekt an. Auf zunächst 250 Quadratmetern wird Platz geschaffen für die Astronomie. Dauerhaft soll dort eine Ausstellung über das Hubble-Teleskop zu sehen sein. Das Highlight wird ein digitales Planetarium sein, das wahlweise Platz für bis zu 45 Grundschüler oder 25 Erwachsene bietet. Dort sollen Filmvorführungen rund um Sterne, Galaxien und die großen Fragen der Menschheit gezeigt werden. In wenigen Wochen, noch in der Vorweihnachtszeit soll es losgehen.

Hinter dieser neuen Sparte steckt Hans-Peter Schneider. Der 56-Jährige aus Zeulenroda war bis 1996 Lehrer für Physik und Astronomie und schied dann freiwillig aus dem Schuldienst aus. Er machte sich selbstständig und baute seinen Angaben nach Europas größte Ausstellung über das Hubble-Weltraumteleskop auf, die er auf Messen oder in Shopping-Centern in Deutschland und europäischen Nachbarländern präsentierte. Nun will Hans-Peter Schneider es etwas ruhiger angehen und sieht in der Phänomenia einen Ort, "um mein Lebenswerk abzugeben und mich trotzdem weiter mit Ideen einbringen zu können".


In Stollberg wird neben dem fünf Meter großen Planetarium auch ein Teil eben jener Hubble-Ausstellung zu sehen sein. "Dazu gehört auch Europas größtes Modell dieses Weltraumteleskops", so Schneider. Das Modell im Maßstab 1:4 hat etwa die Größe eines Kleinwagens. "Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier hat mir eine sehr hohe Detailgenauigkeit bescheinigt", freut sich Schneider. In dem mobilen Planetarium sollen Filme rund um den Weltraum für Kinder ab fünf Jahre gezeigt werden. Für "Der Stern von Bethlehem" etwa konnte Hans-Peter Schneider Gunther Emmerlich als Sprecher gewinnen.

Für Doris Bradler ist das Ganze ein Glücksgriff. Denn sie weiß auch: "Wir müssen immer etwas Neues anbieten, die Phänomenia ist kein Selbstläufer." Denn noch schwimmt die Einrichtung auf der Welle der Neuheit, seit Mitte Mai die große Eröffnung gefeiert wurde. In den vergangenen sechs Monaten lockte die Phänomenia, die im sanierten Nordflügel des Schlosses Hoheneck mit mehr als 350 Exponaten Naturwissenschaft zum Anfassen bietet, 12.800 Besucher an. "Das ist Wahnsinn", freut sich Bradler. Träger der Phänomenia ist das Integrationswerk Westsachsen, das aber mittlerweile für die inhaltliche Ausgestaltung die Saxony International School mit ins Boot geholt hat.

Etwa ein Viertel der Gäste sind Familien, der Rest Schulklassen. "Das ist das, was wir wollen: Unterstützung für die Bildung sein, für den Unterricht", so Bradler. Dafür kommen die Klassen aus Chemnitz, dem Erzgebirge und Westsachsen sowie gar aus Thüringen nach Stollberg. Zudem streben immer mehr Schulen Kooperationen mit der Phänomenia an, sagt Bradler und nennt das Stollberger Gymnasium als Beispiel, das sich ein Ganztagesangebot mit der Phänomenia vorstellen kann. Einige Unterkünfte wie die Tabakstanne in Thalheim und das Kiez in Schneeberg haben außerdem die Schau bereits in ihr Angebot aufgenommen. Dennoch sei das Ziel, dass sich die Besucherzahl bei 30.000 im Jahr einpendelt.

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