Projekt Frische-Markt hat nur eine Chance

Die Idee im Rathaus: Fliegende Händler bieten allmonatlich auf dem Stollberger Marktplatz Lebensmittel an. Das Kalkül: mehr Leben für die City. Doch so einfach ist das nicht, sagt Michael Weichel. Er muss es wissen.

Stollberg.

Obst, Gemüse, Fisch, Honig, Blumen, Fleischprodukte, Eier - all das könnten die Bürger morgen Vormittag ab 8.30 Uhr auf dem Stollberger Hauptmarkt ohne ihn nicht kaufen: Michael Weichel.

Der 31-jährige Markthändler aus Neukirchen hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Rathaus-Projekt Frische-Markt klappen könnte. Ja, er habe Händler dazu animiert, mitzumachen, so die Stadt. Mit Erfolg: Sieben Händler sind morgen am Start - auch Weichel mit Obst und Gemüse. Das Ziel der Stadt ist, mehr Leben in die City zu bringen.

Doch so einfach ist das nicht, sagt Weichel. "Es gehört mehr dazu als nur ein paar Stände aufzubauen. Anfangs waren wir nur zwei Händler, die Interesse hatten." Ist Stollberg denn kein gutes Pflaster? Weichel: "Nun, der Wochenmarkt am Mittwoch läuft gut.

Aber: Heutzutage müssen neue Märkte nicht nur für Kunden, sondern immer mehr auch für Händler interessant sein." Er selbst habe mehrere hundert Euro, mit denen er an einem einzigen Markttag ins Risiko geht, bevor er auch nur einen Apfel verkauft: vom Beladen über Sprit bis zur frisch eingekauften Ware - von der er nie weiß, wie viel er davon unverkauft wieder heimfahren muss.

Da verlasse sich ein Händler auf sicheres Terrain - ein breit ausgelegtes Netz schon bestehender Märkte, die auch funktionieren. "Ein neuer Markt ist immer ein großes Risiko", so Weichel. Wenn ein Markt nicht sofort gut laufe, seien Händler fix wieder weg. Zudem müssen es neue Märkte überhaupt erstmal regelmäßig in den vollen Terminkalender der Händler schaffen. "Ich bin bis zu 250 Tage im Jahr in 80 Kommunen auf Märkten unterwegs."

Die Stadt hat darauf reagiert, will attraktiv sein. "Für die Händler fallen im ersten Jahr keine Standgebühren an und es wird garantiert, dass nur immer ein Händler eine bestimmte Produktpalette anbietet - ein sogenannter Konkurrenzausschluss", sagt Patricia Kern, Projektkoordination der Stadt.

So soll der Frische-Markt immer an einem letzten Samstag des Monats die Bürger auch auf den Stollberger Hauptmarkt locken. Das Motto ist einfach, so Weichel: Kunden kommen und schauen nur, sei schlecht. Kunden kommen und kaufen auch, sei gut. Wenn das Projekt morgen aber nicht spürbar anlaufe, dann könnte es auch schnell wieder gestorben sein.

"Wenn der Umsatz nicht stimmt, kann es passieren, dass die Händler schnell wegbleiben." Aber dann sagt er: "Ich glaube, dass es morgen prima funktionieren wird.

Es ist die Chance der Stollberger, künftig am Samstag einen Frische-Markt zu haben."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...