Protest gegen Windräder: Vorentscheid erst im Herbst

Bürgerinitiative in Zwönitz will Gegenwind mit neuem Naturschutzgebiet machen

Zwönitz.

Der mögliche Bau mehrerer Windräder am Zwönitzer Autobahnzubringer (S 258) erregt bereits seit Jahren die Gemüter. Eine erste Vorentscheidung könnte nun im Herbst fallen. Wie Anke Jordan von der Bürgerinitiative Gegenwind Niederzwönitz-Dorfchemnitz, die sich gegen die Anlagen ausspricht, berichtet, soll vermutlich Mitte September ein neues Windenergiekonzept vorgestellt werden.

In einem früheren Entwurf des Regionalplans, der aufzeigt, wo in Sachsen künftig Windräder stehen könnten, war am Zubringer nahe des Streitwaldes noch ein 58 Hektar großes Vorranggebiet ausgewiesen worden. Dort könnten bis zu 21kleinere Windkraftanlagen bis zu 150 Meter Höhe errichtet werden oder aber sechs große, über 200 Meter hoch. Doch bleibt es dabei? Das entscheidet sich nun mit dem neuen Windenergiekonzept.


Neben der Bürgerinitiative haben sich in der Vergangenheit auch wiederholt Stadtverwaltung und Stadtrat gegen die Windräder ausgesprochen. Als Grund führen sie neben der Beeinträchtigung des Ortsbildes vor allem den Artenschutz an. So gibt es in unmittelbarer Nähe wertvolle Naturschutzgebiete mit streng geschützten Zugvögeln.

In einem Gespräch mit Landrat Frank Vogel (CDU) haben die Vertreter der BI nun versucht, einen neuen Verbündeten zu finden. Wie Anke Jordan berichtet, sei das Treffen im Landratsamt zwar sachlich gewesen, aber wenig zufriedenstellend. Konkrete Zusagen gab es nicht. "Persönlich hat er sich aber kritisch gegenüber Windkraftanlagen geäußert", sagt sie. Keine Entscheidung hatten auch Vertretern des Petitionsausschusses des Landtages im Gepäck, die vor kurzem die Stadt besuchten. Bei einem Rundgang mit der BI, die die Petition gegen das Vorranggebiet eingereicht hatte, tauschte man Argumente aus.

Mehr Erfolg versprechen sich die Mitglieder von einem neuen Vorstoß: So fordert die BI, das Vorranggebiet einfach als Naturschutzgebiet sicherzustellen - um so die Windräder zu verhindern. Von Frank Vogel verlangen sie dafür eine sogenannte einstweilige Sicherstellung. Doch der ließ eine gesetzte Frist verstreichen. Wie ein Sprecher des Landratsamtes berichtet, befinde sich das Verfahren aktuell noch in der Prüfung. Die Bearbeitung, erklärt er, brauche "aufgrund der Komplexität des Verfahrens" noch einige Zeit.

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