Rätsel um das mysteriöse Donnern gelöst

Spekulationen zu den seltsamen Geräuschen über dem Erzgebirge gab es viele. Die richtige Spur führt wie vermutet nach Tschechien. Aber ganz korrekt waren einige Annahmen dennoch nicht.

Marienberg.

Für viel Lärm und reichlich Wirbel hat ein mysteriöses Donnern vergangene Woche im Erzgebirge gesorgt. Ob in Marienberg, Olbernhau, Oberwiesenthal oder Annaberg-Buchholz - aus zahlreichen Orten im oberen Teil des Landkreises meldeten Bewohner seltsame Geräusche. Wetter, Militär, Feuerwerk, Erdbeben und sogar ein unterirdischer Tunnelbau wurden als Ursache für das laute Knallen ins Spiel gebracht. Über die Herkunft wurde gerätselt. "Freie Presse" kennt nun die Lösung.

Tatsächlich führt die Spur - wie von einigen Lesern auch vermutet - nach Tschechien, wo sich im Duppauer Gebirge zwischen Karlovy Vary und Kadaň der Truppenübungsplatz Hradištì befindet. Allerdings führte ein Video des tschechischen TV-Senders CT24, das im sozialen Netzwerk Facebook die Runde machte, letztendlich in die Irre. Denn der Sender berichtete von einer Eliteeinheit der tschechischen Armee, die vorige Woche auf dem Truppenübungsplatz Hradištì den Umgang mit Material, die Rettung von Menschen und das Steuern von Luftmunition trainiert und dabei auch spezielle Hubschrauber und Maschinengewehre benutzte. Letztendlich war diese Einheit aber nicht für das mysteriöse Donnern verantwortlich. Den Lärm habe die Artillerie-Übung einer anderen Truppe verursacht, sagte Petr Vašíèek, Amtsleiter der größten tschechischen Militärzone, gegenüber "Freie Presse".

Denn wie auch das tschechischen Verteidigungsministerium in einer Mitteilung bekanntgab, fand vom 24. April bis 5. Mai eine Militärübung auf dem Gelände nahe der deutschen Grenze statt. Der Lärm sei auch auf der deutschen Seite des Erzgebirges zu hören gewesen, bestätigte Vašíèek. "Bei uns gingen einige Beschwerden ein. Wir bitten, die Umstände zu entschuldigen", sagt er. Die immense Lautstärke sei aber eine Ausnahme gewesen.

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