Schüler studieren erfolgreich eigenes Theaterstück ein

Der Kinofilm "Fack ju Göhte" hat Millionen Besucher in die Kinos gelockt. An den Internationalen Schulen in Niederwürschnitz gab es nun ebenfalls eine Folge - mit alten Bekannten, aber gänzlich neuem Inhalt.

Niederwürschnitz.

Herr Müller ist wieder da. Sehr zur Überraschung der Klasse 10b steht der lange Zeit abwesende Lehrer vor ihnen. Mit einem Machtwort beendet er als Vertretung einer erkrankten Lehrerin, was die überkorrekte Berufsanfängerin Frau Schnabelstedt nicht schafft: Die Schüler beenden ihre Privatgespräche und hören zu. Denn es soll die Frage geklärt werden: Wo geht die Klassenfahrt hin?

Das Naturkundemuseum wird sofort abgewählt. Chantal, die Problemschülerin - respektlos, frech, provozierend - schlägt New York vor. Das sei ihrer Meinung nach nicht so weit und eigne sich hervorragend zum Shoppen. Aber auch diese Idee kommt nicht an. Am Ende entscheiden sich die Jugendlichen fürs Campen. Dem Lehrer Müller ist es recht - der will eigentlich auch nur seine Ruhe haben. Und als vorbestrafter Bankräuber wenn möglich etwas Geld "verdienen". Doch wird das mit der chaotischen Truppe klappen?

Die Handlung auf der Bühne in der Aula der Internationalen Schulen - Oberschule und Gymnasium - Niederwürschnitz ist angelehnt an die frech-witzige Komödie "Fack ju Göhte" von Bora Daktekin. Drei Folgen des Spielfilmes liefen erfolgreich im Kino. Mehr als 21 Millionen Besucher sahen bislang die Entwicklung einer sehr schwierigen Klasse hin zu einer Gemeinschaft, die sogar das Abitur schafft. Zu verdanken hat die Schule dieses "Wunder" Zeki Müller, einem gewieften Kleinganoven, der eigentlich gar kein ausgebildeter Lehrer ist. Trotzdem versteht er es mit seinen unkonventionellen Lehrmethoden, die Jugendlichen auf Kurs zu bringen.

Zehn Schüler der achten Klasse und zwei Fünftklässler der Internationalen Schulen Niederwürschnitz haben unter dem Titel "Rock ju Goethe" nun eine vierte Episode des Spielfilmes einstudiert. Zum Tag der offenen Tür ihrer Einrichtung präsentierten sie am Samstag nun ihre Version einer Fortsetzung.

Das 30-minütige Stück entstand in der Theaterwerkstatt der Schule. "Die Idee kam von den Schülern. Sie haben sich die Handlung ausgedacht, die Rollen besetzt und sich Gedanken gemacht, welche Kulissen und Kostüme benötigt werden und wo sie die herbekommen", erklärt Steffi Neubert. Die Deutschlehrerin leitet die Theatergruppe. Was sie zunächst nicht ahnte: Auch ihr hatten die Jugendlichen eine Rolle zugedacht. Die Proben für das Stück begannen im September. "Nach und nach hat sich die Geschichte entwickelt, ist immer mehr gewachsen", erklärt Steffi Neubert. Die Lehrerin gab Hilfestellung bei den Proben und half, die einzelnen Szenen zu einem flüssigen Theaterstück zusammenzufügen. "Die Schüler waren sehr kreativ, motiviert und diszipliniert, sie haben selbst mich öfter überrascht." So studierten die Mädchen heimlich, ohne ihrer Lehrerin etwas zu verraten, einen Tanz ein, den sie dann geschickt in die Handlung einbauten. Damit alles klappt, wurde im Sportunterricht eine Generalprobe durchgeführt.

Beim Camping waren davon dann sogar die Jungs begeistert. Die sind für Steffi Neubert ein besonderer Anlass zur Freude gewesen. "Die Jungen haben sich in den Proben von den Mädchen richtig mitreißen lassen. Das hat mich durchaus beeindruckt."

Schließlich hat alles auf dem von Steffi Müller als ältere Leiterin geführten Campingplatz gepasst. Kein Mobbing, kein Gezänk - das Ziel, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu stärken, wurde mit der Klassenfahrt wohl erreicht.

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