Schulanfangsprogramm: Klein, aber fein

Einen feierlichen Start in den neuen Lebensabschnitt haben die 51 Erstklässler der Grundschule Lugau mit ihren Eltern und Geschwistern erlebt. Statt des Frustes über die Einschränkungen überwog die Freude darüber, was möglich war.

Lugau.

Einschränkungen bei den Schulaufnahmefeier waren in diesem Jahr wohl an keiner Schule zu vermeiden. Dass trotzdem feierliche Veranstaltungen möglich waren, zeigt das Beispiel der Grundschule Lugau. Die Zeremonie findet dort traditionell in der Turnhalle statt. In normalen Jahren ist die dann proppenvoll. Doch in Coronazeiten wäre das ein Unding. Also wurde festgelegt, dass pro Schulanfänger nur zwei Erwachsene und die Geschwister teilnehmen dürfen. So konnten die Stühle auf Abstand gestellt und die Familien mit dem nötigen Mindestabstand platziert werden.

Weil eine begrenzte Personenzahl und die Durchlüftung in der Turnhalle gewährleistet waren, konnte auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden. "Es ist eine Herausforderung gewesen. Aber mir war wichtig, dass es eine feierliche Aufnahme gibt", sagt Schulleiter André Reichel, der sich nach der Veranstaltung noch einmal ausdrücklich bei den Eltern für deren Verständnis bedankte.

Doch nicht nur die Anzahl der Besucher war anders als üblich. Es gab Händedesinfektion am Eingang und ein ungewohnt kurzes Programm. Schlechter als in anderen Jahren war das keineswegs. Während sonst die Grundschüler ein großes Programm darbieten, gab es diesmal nur die Lieder "Hurra, ich bin ein Schulkind" und "Alle Kinder lernen Lesen" - auf der Geige gespielt von Esther (9) und Tabea Gulak (13 Jahre). Der Vorteil: Die beiden Mädchen wären bei der Feier ohnehin mit von der Partie gewesen, denn Tabeas Schwester Elisa gehörte zu den Schulanfängern. Dass weitere Verwandte nicht teilnehmen durften, war für Vater Theodor Gulak kein Problem: "Das muss kein großes Tamtam sein. Mir hat die Feier sehr gut gefallen." Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Thomas Weikert: "Ich würde schon fast sagen: _Es ist gemütlicher."

Einen wesentlichen Anteil an der entspannten Situation hatte auch das Wetter. Weil es nicht regnete, konnten die Zuckertüten vom großen Zuckertütenbaum im weitläufigen Schulgelände gepflückt werden. Danach nutzten viele Familien die Möglichkeit, den wichtigen Tag mit Fotos festzuhalten. Auch Elisa durfte nun mit ihrer Zuckertüte posieren. Sie hatte die wohl meisten Gäste an diesem Tag, denn neben den Eltern durften auch alle Geschwister mitkommen. "Elisa ist das sechste unserer sieben Kinder, das an dieser Schule eingeschult wird. Die Schule gefällt uns. Die Lehrer und der Schulleiter sind sehr gut", so Theodor Gulak. Und er weiß aus der eigenen Familie, dass nicht überall solche Feiern möglich waren: "Bei meinem Schwager in Chemnitz dürfen nur die Kinder für eine halbe Stunde in die Schule kommen. Dort findet das ganz ohne Eltern und Geschwister statt." Die private Feier bei Familie Gulak wurde übrigens auch coronagerecht geplant: "Wir feiern heute mit einem Picknick im Freien."

Einige Besonderheiten wird es im Lugauer Schulalltag geben. André Reichel weißt darauf hin: "Die Kinder sollen sich nach dem Betreten des Klassenzimmers die Hände waschen. Außerdem gibt es eine Maskenpflicht für schulfremde Personen. Das gilt auch für die Eltern, wenn sie ihre Kinder in die Schulräume begleiten." Für die Kinder allerdings besteht keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht. Es wird außerhalb des Klassenzimmers aber empfohlen.

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