Schwarzarbeit: Zoll leitet 44 Strafverfahren ein

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Die reinen Zahlen gesehen gab es 2020 zu 2019 einen Rückgang der Straftaten. Doch das sollte nicht so absolut gesehen werden.

Annaberg-Buchholz.

Die Einheit Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Annaberg-Buchholz hat 2020 insgesamt 32 Ordnungswidrigkeitsverfahren auf den Weg gebracht. 2019 waren es sieben mehr. Strafverfahren mussten 2020 insgesamt 44 eingeleitet werden. Auch das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Für 2019 stehen konkret 76 in der Bilanz, sagt Holger Giersberg vom Hauptzollamt Erfurt. Die Beschuldigten in den einzelnen Verfahren hätten dabei nicht alle ihren Firmensitz im Erzgebirgskreis. Da der Zoll eine Bundesbehörde ist, spiele der Firmensitz keine Rolle. Die Feststellung von Unregelmäßigkeiten bei einer Prüfung seien Entscheidung für Einleitung von Verfahren.

"Vergleicht man die Zahlen der eingeleiteten Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren von 2019 und 2020 könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Schwarzarbeit eher leicht zurückgegangen ist. Gerade unter Pandemie-Bedingungen im Jahr 2020 bin ich allerdings eher der Meinung, dass ein solcher Vergleich nicht unbedingt belastbar ist", betont Giersberg.

Eine Schwankung der Jahresergebnisse sei indes auch so nicht unüblich, da die Verfahren mitunter langwierig sind und über mehrere Monate oder auch Jahre ermittelt werden müsse. Unter Berücksichtigung der Pandemie bleibe die Schwarzarbeit nach wie vor hoch.

In welchen Branchen die Schwarzarbeit im zurückliegenden Jahr besonders hoch gewesen ist - zuletzt rückte dahingehend immer wieder das Friseurhandwerk in den Fokus - kann Giersberg nicht sagen. Eine solche Auflistung habe er nicht vorliegen. Mit Corona habe sich auch für die Zöllnerinnen und Zöllner die Arbeit etwas geändert. Aufgrund dessen, dass einige Branchen ihre Arbeit zeitweise komplett einstellen mussten, hätten sich etwa die Prüfungsschwerpunkte verlagert. So seien gerade in Zeiten des Lockdowns Branchen geprüft worden, die nicht von selbigem betroffen waren wie Postdienstleister, Baubranche, Transportgewerbe oder auch die Fleischindustrie. "Wegen der dabei notwendigen Einhaltung der Hygienebestimmungen mussten Sicherheitsvorkehrungen für die Bediensteten aber auch für die Beteiligten getroffen werden, die die Arbeit erschwerten", so Giersberg.

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